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astrophytum's Revier

(33 Einträge)

Orchis insectifera - Mücken-Ragwurz Cephalanthera rubra - Rotes Waldvögelein Frauenschuh
98 mal angesehen
21.07.2008, 14.26 Uhr

Orchideen im Berner Oberland - Juli 2008

Im Juli 2008 waren wir im Berner Oberland unterwegs auf Orchideen-Pirsch. In dieser alpinen Region gibt es noch zahlreiche Lebensräume für die äußerst sensiblen Pflanzen. Viele Arten finden hier ihre spezielle Nische auf ungedüngten Magerwiesen, lichten Bergwälder oder Feuchtgebieten. Aber auch oberhalb der Baumgrenze leben Orchideen, darunter auch die wohl schönste – der Frauenschuh. Wenn man bedenkt, dass es zum Teil 10 Jahre dauert, bis die Pflanzen zum ersten Mal blühen muss alles daran gesetzt werden, diese Standorte zu erhalten. Daher gehe ich auch nicht näher auf die Fundstellen ein. Fotos der diesmal entdeckten 16 verschiedenen Orchideen gibt’s hier in der Bildergalerie:

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Kommentare

21.07.2008 16:23 wovo
wunderschön, ganzneidvollguck
21.07.2008 16:35 astrophytum
Eigentlich war der Urlaub zum Wandern gedacht. Aber wie das Leben so spielt ging es die ganze Zeit nur sehr schleppend voran - mehr auf den Knien wie auf den Beinen immer die Kamera im Anschlag auf der Suche nach etwas Neuem. Aber meine Frau ist das schon gewohnt, also kein Problem. Du machst dir keine Vorstellung was in mir vorging als ich zum ersten Mal einen Frauenschuh gesehen habe und dann noch einen und noch einen und zum Finale die große Gruppe.
21.07.2008 17:48 Sisa
Die Vielfalt ist ja grandios, ich kann mir gut vorstellen, dass man dann förmlich aus dem Häuschen gerät! Hattest Du ein Bestimmungsbuch mit...oder bist Du Orchideenspezialist? Einige der (deutschen) Name der Orchideen sind ja bemerkenswert....abgebranntes Knabenkraut...oder so ähnlich...
Wunderschön!
21.07.2008 18:26 astrophytum
Also so ganz unvorbelastet bin ich da nicht. Ich schaue mich schon eine ganze Weile nach diesen Pflänzchen um. Aber so gehäuft wie in dieser Ecke der Schweiz habe ich sie noch nie gefunden.

Mit der Nomenklatur der Orchideen geht allerdings einiges durcheinander. Für die gleiche Art gibt es regional unterschiedliche Bezeichnungen, so dass man sich eigentlich besser an den botanischen Namen hält. Musterbeispiel sind da die Fingerwurzarten (Dactylorhiza), die meist mit den Knabenkräutern (Orchis) in einen Topf geworfen werden. Am besten könnte man sie an ihren Wurzelknollen unterscheiden (macht man natürlich nicht!): Die (!)Fingerwurz hat eine handförmige Wurzelknolle, die Knolle des Knabenkrautes erinnert an kleine Hoden - die botanischen Namen leiten sich dabei vom entsprechenden griechischen Ursprung ab. In beiden Fällen werden darin Reservestoffe für den Winter bereitgehalten.

Ich hoffe dieser kleine Exkurs war nicht zu anstrengend.
21.07.2008 20:48 geli59
Merci!!!

grüsse geli
22.07.2008 16:01 Sisa
astrophytum schrieb:

Also so ganz unvorbelastet bin ich da nicht. Ich schaue mich schon eine ganze Weile nach diesen Pflänzchen um. Aber so gehäuft wie in dieser Ecke der Schweiz habe ich sie noch nie gefunden.

.......

Ich hoffe dieser kleine Exkurs war nicht zu anstrengend.

Durchaus nicht, eher sehr interessant. Ich habe mal gelesen, dass die meisten Orchideen symbiontisch mit Pilzen leben und auf sie angewiesen sind. Was sind das eigentlich für Pilze, muss man sich das so ähnlich wie bei den Ständerpilzen und Bäumen unseres Waldes vorstellen?
22.07.2008 17:57 astrophytum
.... da muss ich ein klein wenig ausholen:

Alle Orchideen sind auf die Nährstoffversorgung von Pilzen angewiesen. Hierbei beliefert der Pilz die Orchidee mit lebenswichtigen Stoffen, die er aus dem Abbau von totem organischem Material im Boden bezieht. Der Pilz erweitert mit seinem feinen Myzel praktisch das Wurzelsystem der Orchidee.

Die Dauer der Pilzabhängigkeit ist einerseits vom Entwicklungsstadium, andererseits von der Ernährungsweise der jeweiligen Orchideenart abhängig. Erdorchideen leben zumindest bei der Keimung und als Jungpflanze mit Bodenpilzen in einer Art Symbiose. Der meist winzige Samen enthält zu wenige Speicherstoffe, um den jungen Keimling solange zu ernähren, bis er sich selbst versorgen kann. Erst durch den Pilz, der in die Wurzel eindringt, kann sich die kleine Pflanze weiterentwickeln.

Im erwachsenen Zustand können sich grüne (chlorophyllhaltige) Orchideen dann selbst versorgen und sind auf den Pilz nicht mehr angewiesen. Es gibt aber auch chlorophyllarme oder –freie Arten (siehe die Vogelnestwurz in meiner Fotogalerie – Bild 18), die lebenslang den Pilz als Parter benötigen.

Bei den Pilzen, die dafür eine Rolle spielen sind auch Ständerpilze dabei, die wir eigentlich nur durch ihre Fruchtkörper kennen – aber frag mich bitte nicht welche....
23.07.2008 14:16 Sisa
astrophytum schrieb:

.... da muss ich ein klein wenig ausholen:

Alle Orchideen sind auf die Nährstoffversorgung von Pilzen angewiesen. Hierbei beliefert der Pilz die Orchidee mit lebenswichtigen Stoffen, die er aus dem Abbau von totem organischem Material im Boden bezieht. Der Pilz erweitert mit seinem feinen Myzel praktisch das Wurzelsystem der Orchidee.

Die Dauer der Pilzabhängigkeit ist einerseits vom Entwicklungsstadium, andererseits von der Ernährungsweise der jeweiligen Orchideenart abhängig. Erdorchideen leben zumindest bei der Keimung und als Jungpflanze mit Bodenpilzen in einer Art Symbiose. Der meist winzige Samen enthält zu wenige Speicherstoffe, um den jungen Keimling solange zu ernähren, bis er sich selbst versorgen kann. Erst durch den Pilz, der in die Wurzel eindringt, kann sich die kleine Pflanze weiterentwickeln.

Im erwachsenen Zustand können sich grüne (chlorophyllhaltige) Orchideen dann selbst versorgen und sind auf den Pilz nicht mehr angewiesen. Es gibt aber auch chlorophyllarme oder –freie Arten (siehe die Vogelnestwurz in meiner Fotogalerie – Bild 18), die lebenslang den Pilz als Parter benötigen.

Bei den Pilzen, die dafür eine Rolle spielen sind auch Ständerpilze dabei, die wir eigentlich nur durch ihre Fruchtkörper kennen – aber frag mich bitte nicht welche....

Doch frag ich aber ...Danke für Deine Ausführungen! Wenn Ständerpilze bei der Symbiose eine Rolle spielen, müsste man die Fruchtkörper doch auch in der Nähe der Orchideen wachsen sehen. Ich wüsste schon gerne, welche das sind!
LG
Sisa
23.07.2008 16:41 astrophytum
Sisa schrieb:

Doch frag ich aber ...Danke für Deine Ausführungen! Wenn Ständerpilze bei der Symbiose eine Rolle spielen, müsste man die Fruchtkörper doch auch in der Nähe der Orchideen wachsen sehen. Ich wüsste schon gerne, welche das sind!
LG
Sisa



Sorry - da kann ich nicht weiterhelfen.
24.07.2008 12:36 Sisa
astrophytum schrieb:

Sorry - da kann ich nicht weiterhelfen.

Macht überhaupt nichts, vielen Dank noch einmal für Deine Ausführungen!
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