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Aus der Garten-Redaktion

(43 Einträge)

Wermut Beifuss Liebstöckel / Maggikraut
106 mal angesehen
10.07.2009, 08.01 Uhr

Von ausgeprägten Charakteren - Teil 1

Wie wir Menschen, so haben auch manche Pflanzen ganz ausgeprägte Persönlichkeiten, die sich in besonders heftigen Vorlieben und Abneigungen zeigen. So mögen die einen bestimmte Nachbarn ganz besonders oder eben überhaupt nicht. Andere fühlen sich als Eremiten am wohlsten und wieder andere sind sogar sich selbst nicht grün. Manche möchten am liebsten in Ruhe gelassen werden, andere dagegen brauchen besonders viel Zuwendung.

Hier werden nun einige dieser Persönlichkeiten vorgestellt:


Einzelgänger

Von dieser Sorte gibt es erfreulicherweise nur wenige Vertreter im Gartenpflanzenreich. Der Schlimmste ist der Wermut (Artemisia absinthium), der fast alles, was in seiner Nähe wächst, zu bekämpfen sucht. Untersuchungen haben ergeben, dass die Nachbarpflanzen des Wermuts ihre Wurzeln nach innen biegen, also weg vom Wermut. Nach bisherigen Erkenntnissen sind es die starken Bitterstoffe, Harze und Gerbstoffe, die für andere Pflanzen unverträglich sind. Sogar Quecke und Giersch, die sonst alles überwachsen, kapitulierten vor dem muffeligen Kollegen. Dagegen ließen sich die Staudensonnenblumen und die Ackerwinde in ihrem Wucherdrang nicht im Geringsten beeindrucken und schoben ihre Triebe sogar direkt durch die Wermutstaude.

Auch die Tierwelt hat ihre Probleme mit dem Wermut, Regenwürmer mögen sich nicht in seiner Nähe aufhalten, Schmetterlinge und Bienen sind ebenfalls nur selten auf seinen Blüten anzutreffen. Die Ursache ist vermutlich das im ätherischen Öl des Wermuts enthaltene Gift Thujon.

Wermut ist jedoch nicht gleich Wermut. Beobachtungen zufolge ist der wildwachsende Wermut der Schlimmste, während sich Gartensorten wie etwa der silbrige "Lambrook Silver" durchaus mit anderen Stauden vertragen.

Ein naher Verwandter des Wermuts, der Beifuss (Artemisia vulgaris), stört ebenfalls das Wachstum seiner Nachbarn und sollte deshalb auch einen Sonderplatz bekommen. Er sollte aber möglichst weit entfernt vom Wermut gepflanzt werden, um Verwechslungen zu vermeiden, denn beide ähneln sich in Blatt und Habitus.

Der dritte im Bunde der Einsiedler, der einen Extraplatz bevorzugt, ist der Liebstöckel (Levisticum officinale), das bekannte Maggikraut. Er ist ebenfalls ein Gewürz- und Heilkraut, enthält Gerbstoffe, Bitterstoffe und den giftigen Duftstoff Cumarin, der in sehr hohen Dosen auch für den Menschen gefährlich ist. Genauso wie Wermut und Beifuss hemmt Liebstöckel das Wachstum seiner Nachbarn und breitet sich zudem kräftig aus.

Allerdings hält er sich nicht lange am selben Platz. Daher sollte er nach 3-4 Jahren zwecks Verjüngung geteilt und umgepflanzt werden. Wermut und Beifuss benötigen hingegen nur einen kräftigen Rückschnitt. Eventuell empfiehlt sich noch ein Rückschnitt vor der Blüte, spätestens Ende Juni, um zu starkes Wachstum zu unterbinden.

Alle drei hemmen übrigens nicht nur ihre Nachbarn, sondern sind auch mit sich selbst unverträglich. Das heißt: Wo einmal Wermut, Beifuss oder Liebstöckel gestanden haben, wächst auf lange Zeit kein Artgenosse mehr.




Textquelle: Altes Gärtnerwissen wieder entdeckt: [www.dlv-shop.de]
blv Verlag
Bilder: pixelio.de
offline

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Kommentare

10.07.2009 11:13 Paradiesgarten

Sehr interessantes Thema, Einiges davon hab ich noch nicht gewusst !
10.07.2009 14:56 Louisa
Total interessantes Thema, würde mich freuen mehr über Eigenbrödler, sich tollerierende und sich liebende Pflanzen zu lesen.
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