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Aus der Garten-Redaktion

(43 Einträge)

Meerrettichblüte Erbsenblüte Weisskohl
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10.08.2009, 09.06 Uhr

Von ausgeprägten Charakteren - Teil 4

Auch wir wollen wandern

Gleich nach der Petersilie (s. Teil 3 des Blogs) kommt die Gartenkresse, die sich ebenfalls nicht mit sich selbst verträgt, ja noch nicht einmal im gleichen Topf wie im Vorjahr wachsen mag. Auch sie muss jedes Jahr wandern. Aber möglichst nicht durch den Garten, denn sie ist noch agrressiver zu ihren Nachbarn als die Petersilie!
Im Grunde halten es nur die Tomaten neben ihr aus. Deswegen sollte die Kresse besser in jährlich wechselnden Töpfen auf der Terrasse oder der Fensterbank gezogen werden und die Saaterde im Herbst auf den Kompost gegeben werden, damit sie entgiftet wird.

Fast ebenso schwierig ist der Merrettich, der es allerdings immerhin 3 Jahre am gleichen Platz aushält. Danach muss er umziehen und darf keinesfalls an eine Stelle gepflanzt werden, wo in den vergangenen 10 Jahren schon einmal ein Kollege stand. Wenn es gar nicht anders geht, muss der Boden weiträumig und vor allem sehr tief ausgetauscht werden.

Hochgradig selbstunverträglich sind auch Erbsen. Sie brauchen jedes Jahr einen neuen Standort und dürfen erst wieder nach 5-6 Jahren auf ein altes Erbsenbeet zurückkehren - sofern dort nicht inzwischen Bohnen gepflanzt wurden. Dann verlängert sich die Wartezeit erneut um mindestens 3-4 Jahre. Vorsicht: Keine (Bitter-)Lupinen als Gründüngung auf ehemalige Erbsen- bzw. Bohnenbeete, denn sie werden nur schwache Wurzeln treiben.
Auch als Vorkultur für Erbsen bzw. Bohnen eignen sich Lupinen nicht, da sie als Hülsenfrüchte mit dem heiklen Gemüse eng verwandt sind!

Erdbeeren wachsen und tragen am besten, wenn das neue Beet vorher mindestens fünf Jahre Erbeerpause hatte und in der Zwischenzeit gut mit Kompost versorgt wurde. Wo der Platz nicht reicht, sollte der Boden ebenfalls ausgetauscht werden - allerdings reichen hier 20 - 25 cm aus. Die entfernte Erde lässt sich als Zwischenlage im Komposthaufen prima biologisch wiederbeleben. Erdbeerkulturen lassen ohnehin meist nach 3-4 Jahren in ihrem Ertrag nach und sollten dann ersetzt werden.

Kohl und Kartoffeln sollten ebenfalls durch den Gemüsegarten wandern, denn sie sind ausgesprochene Starkzehrer, die den Boden auslaugen. Außerdem nimmt bei jährlichen Stammplätzen die Gefahr von Pilzerkrankungen (Kohlhernie bzw. Knollenfäule) zu. Bei Platzmangel in kleinen Gärten bleibt auch hier nichts anderes übrig, als den Boden möglichst schon im Herbst auszutauschen und ebenfalls als Zwischenlagen im Kompost biologisch wieder aufzuwerten.
Bei jährlicher Bepflanzung derselben Beete mit Kohl und Kartoffeln wurden ausgezeichnete Erfahrungen mit Holzkohle bzw. Holzasche gemacht, womit die Pflanzlöcher für die Kohlsetzlinge bzw. die Kartoffelfurchen ausgefüttert wurden. Asche und Kohle liefern reichlich mineralische Nährstoffe und wirken deutlich pilzhemmend.


Quelle: Altes Gärtnerwissen wiederentdeckt: [www.dlv-shop.de]
blv Verlag
Fotos: pixelio.de

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