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Aus der Garten-Redaktion

(43 Einträge)

Hagebuttentee Hagebuttenmarmelade Hagebutten
373 mal angesehen
29.09.2009, 10.10 Uhr

Vitamin-C-Kur mit Hagebutten

Kinder, die am Land aufwachsen, machen ihre erste Bekanntschaft mit der Hagebutte in der Regel in Form von "Juckpulver". Die Spiel- und Klassenkameraden sammelten dafür im Herbst die Samen aus den Früchten. Sie sind weich eingebettet und haben viele feine Härchen, die einen Juckreiz verursachen. Ein relativ harmloser Kinderstreich ohne Folgen.

Die Hagebutten sind die Früchte der Wildrosen, der Hecken-, Kartoffel- oder Hundsrosen. Über 150 Wildrosenarten sind als Sträucher über die nördliche gemäßigte und subtropische Zone verbreitet, berichten die Fachleute in der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (lwg) in Veitshöchheim. Daher haben auch nicht alle Wildrosen die gleiche Hagebuttenform.

Noch nach dem Zweiten Weltkrieg standen die Hagebutten in der Volksmedizin und als Nahrungsmittel hoch im Kurs. Vor allem die Hagebutten der Hundsrosen wucherten überall und hatten von allen Wildrosen, verarbeitet zu Marmelade, Mus oder sogar Likör, das beste Aroma.

Das Hagebuttenmark schätzte man vor allem in Süddeutschland - Hiftenmark, Hegemark oder Hetschepetsch - sagte man auch dazu. Der sehr hohe Vitamin-C-Gehalt der Frucht geht zwar bei der Verarbeitung zum Teil verloren. Da die Frucht aber sehr viel davon hat, bleibt noch beachtlich viel davon erhalten.

Die Hagebutte gilt wie auch andere Wildfrüchte als Multi-Vitaminfrucht. Neben Vitamin C enthält sie noch weitere Vitamine, Mineralstoffe, Fruchtsäuren, Flavone, Gerbstoffe und Fruchtzucker. Hagebutten enthalten, das bewies eine neue Studie der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, eine große Menge an Lycopin, einem Carotinoid, das man bisher nur in Verbindung mit Tomaten entdeckte.

Hagebutten haben davon eine wesentlich höhere Menge als Tomaten, selbst in Marmelade ist noch viel davon enthalten. Dieser hochwirksame Bioaktivstoff Lycopin schützt die Haut vor den schädlichen UV-Strahlen und kann auch das Krebsrisiko senken.

Ernten sollte man nur vollreife, noch feste Früchte. Unreife wie auch überreife Hagebutten enthalten wenig Vitamin C. Vor allem als Hagebuttentee puscht die Frucht das menschliche Immunsystem.

Vitamin-C-Kur mit Hagebutten:

Die Hagebutten im gut ausgereiften Zustand ernten, entstielen und die Blütenansätze wegschneiden. Früchte halbieren und mit dem Messer die Kerne herausschaben. Die Schalenhälften mehrmals gut waschen, bis alle Samenhärchen herausgelöst sind. Die weichen Fruchtfleischstücke in Zucker legen. So halten sie mehrere Wochen. Jeden Tag bis in den Winter hinein etwas davon essen. Eine preiswertere Vitaminzufuhr gibt es kaum!

Hagebutten-Tee

Die beim Putzen übrig gebliebenen Kerne mit den anhaftenden Fruchtfleischresten lassen sich gut für Hagebuttentee (Kernlestee) trocknen: Man legt sie möglichst verteilt auf ein bis zwei Backbleche und lässt sie mehrere Tage auf einem Schrank oder an einem anderen luftigen Ort trocknen. Dass diese Kerne in mehr oder weniger kleinen Klümpchen zusammenhängen, schadet nichts. Man muss sie nur richtig trocken werden lassen und trocken in einer Blechdose aufbewahren. Durch die Fruchtfleischreste wird dieser Tee schön rot und bekommt ein ausgezeichnetes Aroma.

Einfache Hagebutten-Marmelade

Zutaten:

1 kg Hagebutten
500 g Gelierzucker

Zubereitung:

Früchte entstielen und die Blütenansätze wegschneiden. Früchte halbieren, Kerne entfernen. Schalenhälften mehrmals gut waschen, Samenhärchen müssen entfernt sein. Mit wenig Wasser mindestens 40 Minuten kochen, dann passieren. Gelierzucker zum Mark geben und nach Gebrauchsanleitung kochen, sofort heiß in Gläser füllen und verschließen.

Feine Hagebutten-Marmelade

Zutaten:

500 g Hagebutten
1 Tasse Wasser
nochmals 1 Tasse Wasser
Saft einer Zitrone
1/2 Zimtstange
Samen aus 6 Kardamomkapseln
150 g Honig

Zubereitung:

Hagebutten putzen, mit einer Tasse Wasser bedeckt über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag Wasser abgießen.
Hagebutten mit einer neuen Tasse Wasser, Zitronensaft und Zimtstange weichkochen, durch ein Sieb passieren. Kardamomkapseln zerstoßen und mit dem Honig zum Hagebuttenmark geben. Zehn Minuten schwach kochen lassen. Sofort in Gläser füllen und verschließen.


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Kommentare

29.09.2009 10:48 FreshFinn
Na das hilft mir schon weiter!
Sehr guter Blogeintrag!
29.09.2009 12:23 Paradiesgarten

Sehr informativ !
29.09.2009 23:32 JaguarE
habe beim Lesen richtig Appetit bekommen Wann sind die genau reif? wann unreif und wann überreif?
01.10.2009 09:07 Redaktion_landlive
Hallo JaguarE,

Wenn sich die Hagebutten leicht vom Stängel lösen lassen, sind sie reif. Meistens ist das der Fall, wenn die ersten kalten Nächte ins Land gegangen sind. Durch niedrige Temperaturen werden sie außerdem süßer und das Fleisch wird mürbe.
06.10.2009 17:51 matthikl
Habe in diesem Jahr schon Holundergelee, -marmelade und -Sirup gemacht, aber das klingt lecker. Also auf gehts, Hagebutten pflücken. Danke!
12.10.2009 21:04 Honigbienen
Hallo,
bitte bei der feinen Hagebuttenmarmelade den Honig nicht mitkochen.Honig schonend auf maximal 35 Grad kurzfristig erwärmen.Dann bleiben alle Honig eigenen Stoffe erhalten und man bekommt einen Tollen Geschmack
06.11.2009 09:12 merlincurry
Die Vitamin C-Kur probiere ich dieses Jahr mal aus
31.07.2011 10:01 brit
Ich habe gelesen, dass Hagebutten auch bei entzündlichen Gelenkerkrankungen Linderung bringt.
Dänische Forschungseinrichtungen haben einen bislang noch unbekannten Aktivstoff "Galaktolipid"(?) entdeckt.
Na dann werde ich im Herbst mal Hagebutten sammeln. Schöne praktische Hinweise und Rezepte habe ich ja hier gefunden
12.10.2011 18:12 rosmarien
Der Beitrag gefiel mir sehr gut
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