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Aus der Garten-Redaktion

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595 mal angesehen
20.10.2009, 17.49 Uhr

Ebereschen - nicht nur für Vögel

Sind sie essbar oder nicht - die Vogelbeeren? Das kommt darauf an, um welche Sorte es sich handelt. Es gibt nämlich beides. Beide gehören zu den Rosengewächsen. Die ursprüngliche Eberesche wuchs wild. Im 19. Jahrhundert entdeckte man in solch einem Wildbestand einen Baum mit wohlschmeckenden, bitterstofffreien Früchten - vermutlich eine Mutation.

Außer den wild wachsenden Vogelbeerbäumen werden inzwischen längst bitterstofffreie Edelebereschen gezüchtet. Inzwischen sind diese, je nach Unterlage, bis zu etwa 15 Meter hoch wachsenden Bäume schon längst Stadtbäume geworden, werden gezielt auch als Straßenbäume gepflanzt, weil ihnen Abgase und anderer Schmutz nahezu nichts ausmachen.

Diese Beeren sollten die Menschen aber dann doch lieber den Vögeln überlassen und die Früchte von Edelebereschen zum Gelee- oder Marmeladekochen verwenden, die abseits von Luftverschmutzung wuchsen. Dabei ist es aber gar nicht leicht, bittere und andere auseinander zu kennen, man muss die Früchte probieren. Man sieht es ihnen nicht an. Gelegentlich sind Ebereschen auch auf Bauernmärkten oder in Naturkostläden zu kaufen.

Beim Abbrechen der Fruchtdolden müssen die direkt am Fruchtstiel stehenden Blütenknospen für das nächste Jahr geschont werden.
Sind die Früchte noch orangefarben, sind sie am Vitamin-C-reichsten, später nimmt der Vitamingehalt um 20 bis 30% ab. Pro 100 g Frischsubstanz bringen sie es aber immerhin auf 80 bis 100 mg Vitamin C. Beachtlich ist auch der Gehalt an Apfel-, Zitronen-, Bernstein- und Weinsteinsäure.

Dazu kommen noch Bitterstoffe und ätherische Öle. Die bedeutenden Mengen an Sorbit sind, neben dem Gesamtzuckergehalt von 5 bis 10%, für den herb-säuerlichen Geschmack verantwortlich. In 100 g Früchten wurden auch 10 bis 15 g Carotin gemessen.

Auf das Essen von frischen Früchte sollte man verzichten, sie sind schwach giftig. Größere Mengen könnten leichten Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen verursachen. Allerdings so schwach, dass keine 1.Hilfe-Maßnahmen notwendig sind. Hilfreich können Ebereschenbeeren für das Verdauungssystem und bei Gallenleiden sein (Arzt fragen).

Ebereschenfrüchte verlieren ihre wertvollen Inhaltsstoffe auch bei längerem Transport nicht so schnell. Erscheinen sie einem zu bitter, kann man sie über Nacht in Essigwasser einlegen, ehe man sie weiter verarbeitet. Eventuell mildert auch das Eingefrieren für ein paar Tage den bitteren Geschmack.

Edelebereschen sind eine wertvolle Rohware für Süßmost, Sirup, Marmelade, Gelee und lassen sich gut mit süßen Früchten wie Brombeeren, Äpfeln oder Quitten vermischen. Vor allem in Österreich hat das Ebereschen-Destillat viele Freunde gefunden.


Ebereschen-Süßmost

Früchte waschen, mit dem Dampfentsafter oder einem elektrischen Entsafter Muttersaft gewinnen. Je Liter Muttersaft eine Zuckerlösung aus 2 l Wasser und 300 g Zucker herstellen, zugeben, vermischen, in Flaschen füllen und 20 Minuten bei 75°C pasteurisieren.

Ebereschen-Sirup

350 g Muttersaft mit 650 g Zucker verkochen, den Sirup heiß in Flaschen füllen und verschließen,
Verwendung als Zugaben zu Pudding, Flammeri, einen Schuss in Limonade.

Ebereschen-Kompott

1 kg Ebereschen waschen, in einen Topf geben, soviel Wasser zugeben, dass der Topfboden gerade bedeckt ist. Früchte weich kochen und darauf achten, dass die Früchte nicht platzen. Zucker zugeben und nochmals kurz aufkochen. In Gläser füllen und verschließen.

Ebereschen-Gelee

1 kg Ebereschen waschen, zerstampfen und mit knapp 1/2 l Wasser weich kochen. Masse durch ein Tuch ablaufen lassen und etwas ausdrücken. Den erhaltenen Saft mit der gleichen Menge Zucker bis zur Geleeprobe einkochen. Gelee wird in Farbe und Geschmack dem von Roten Johannisbeeren ähnlich.

Kandierte Ebereschen

1 kg Ebereschen waschen, einen Tag stehen lassen. Früchte abtropfen lassen, dabei die Zuckerlösung (dünnflüssig) auffangen, wieder eindicken und Früchte wieder einen Tag einlegen. Dies eine Woche lang täglich wiederholen, bis die Zuckerlösung dick bleibt. Dazu 700 g Zucker in täglichen Portionen von 100 g zusetzen. Die Früchte trocknen lassen, in Staubzucker wälzen. Verwendung als Backzutat wie Rosinen oder Naschwerk


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Kommentare

20.10.2009 19:40 kruemel
Ganz schön vielseitig so ein Vugelbeerbaam
21.10.2009 09:51 Katalin
kruemel schrieb:
Ganz schön vielseitig so ein Vugelbeerbaam

Vugelbeerbaam? *lach* sind das bayrischversuche unserer kruemel?
21.10.2009 17:37 kruemel
Katalin schrieb:
Vugelbeerbaam? *lach* sind das bayrischversuche unserer kruemel?


Nee, das ist erzgebirgisch! Da gibt es ein ganz berühmtes Volkslied.
22.10.2009 19:49 gundel
ich hab pech gehabt,trotz einfrosten (soll das bittere verringern) war meine marmelade pur und auch gemischt recht bitter,so das sie keiner essen wollte.hab sie jetzt nochmal (nach 1 jahr )versucht und sie entsorgt .muß wohl einen ganz bitteren baun erwischt haben.
23.10.2009 10:24 Paradiesgarten

irgendwie ganz schön zuckerlastig das Ganze !
Aber Zahnärzte müssen ja auch noch leben
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