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Aus der Garten-Redaktion

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Kastanien Kastanie Kastanien
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29.10.2009, 10.16 Uhr

Verwelkte Blätter von Kastanien - Herbst vor dem Herbst

Schon vor dem eigentlichen Herbst sind uns wieder die braunen Blätter an vielen Kastanienbäumen aufgefallen. Laien rätseln: Hatte der Baum bei der sommerlichen Hitze zu wenig Wasser? Schadeten ihm die Abgase der Autos?

Ein Grund kann zwar der Blattbräunepilz Guignardia aesculi sein. Meistens ist es jedoch die Kastanienminiermotte, ein winzig kleiner geflügelter Schädling. Oftmals treten beide gemeinsam auf, Pilz (Bild rechts) und Schäding, man nimmt sogar an, dass sich beide gegenseitig begünstigen. Die Miniermotte wanderte vermutlich aus Asien ein. Selbst die Fachleute wissen nicht genau, woher sie eigentlich kam und deshalb gibt es bei uns auch keine natürlichen Feinde für sie.

Die Kastanienminiermotte Cameraria ohridella ist ein nicht ganz ein Zentimeter großer Kleinschmetterling. Jedes Weibchen legt ungefähr 20 bis 40 Eier auf die Oberseite der Blätter ab, aus denen sich ein bis fünf Millimeter große Larven entwickeln, die sich ins Innere der Blätter fressen. Hält man ein befallenes Kastanienblatt gegen das Licht, sind die Fraßgänge sehr deutlich zu sehen (Bild rechts).

Nach wenigen Wochen (im Sommer etwa drei Wochen, im Herbst fünf) verpuppen sich die Larven, zwei Wochen später schlüpft die nächste Generation von Faltern aus. Dieser Zyklus kann sich bis zu dreimal pro Jahr wiederholen.
Rechnet man hoch, kann also jedes Weibchen bis zu 64 000 Nachkommen haben. Wird die Produktion nicht durch natürliche Feinde oder den Menschen gebremst, ist der Schaden leicht vorstellbar.

Interessanterweise werden vor allem die weiß-blühenden Rosskastanien befallen, während dem Schädling die rot-blühenden Bäume nicht so gut zu schmecken scheinen. Hier ist sehr viel seltener ein Befall festzustellen. Miniermotten scheinen jedoch an Berg- und Spitzahorn Gefallen zu finden. Hier wird bereits vereinzelter Befall gemeldet. Die befallenen Kastanien verlieren früh Kraft und Saft, werfen die Blätter vorzeitig ab und haben weniger Früchte.

Bei der Größe und Höhe der Gemeinen Rosskastanien ist eine Bekämpfung durch Spritzen oder das Abfangen der Schädlinge durch Pheromonfallen schwer vorstellbar - vor allem dann nicht, wenn in der Nähe unbehandelte Bäume stehen. Trotzdem werden immer wieder verschiedenste Mittel getestet.

Zumindest bei Einzelexemplaren als Hofbäume oder in der Umgebung des eigenen Kastanienbaumes - also dort, wo es möglich ist - sollte man beim Blattfall mit einem Sack ausrücken, die Blätter sorgfältig einsammeln und entweder verbrennen oder in die Kompostieranlage geben (nicht auf den eigenen Kompost kippen). Die verpuppte Larvengeneration, die jetzt noch in den Blättern steckt, würde sich aus dem herabfallenden Blatt in den Boden verkriechen, dort überwintern und im nächsten Frühjahr mit einer neuen Generation starten.


Fotos: Fotolia
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