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Aus der Garten-Redaktion

(43 Einträge)

Das Gemüsebuch Fenchel
280 mal angesehen
21.06.2012, 11.14 Uhr

Gemüse-Special: Fenchel (Foeniculum vulgare) - Teil 1

Der Gemüsefenchel ist in den letzten Jahrzehnten vor allem durch die mediterrane Küche in Deutschland bekannt geworden. Er ist eine Weiterzüchtung des Gewürzfenchels und gehört zur Familie der Doldenblütler. Gegessen wird die fleischige Knolle. Hauptsaison sind Spätsommer und Herbst.

Kulturgeschichte

Der Fenchel ist im Mittelmeergebiet und in Vorderasien beheimatet. Als Gewürz- und Heilpflanze war er bereits in der Antike bekannt und begehrt. Er wurde bei Blasen- und Nierenleiden, bei Verdauungsstörungen und in der Frauenheilkunde eingesetzt. Die Römer brachten den Gewürzfenchel mit nach Mitteleuropa, aber erst den christlichen Mönchen gelang es, den Fenchel dauerhaft in Mittel- und Nordeuropa einzubürgern. Er wurde zu einer klassischen Klostergartenpflanze, deren gesundheitlichen Nutzen man schätzte und der man nachsagte, dass sie Irr- und Aberglauben entgegenwirke.

Erst im 19. Jahrhundert züchteten italienische Gemüsegärtner den uns heute bekannten Knollenfenchel, der seitdem ein unverzichtbarer Bestandteil der italienischen Küche ist. Das würzige Gemüse wurde erst im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts in Deutschland bekannt und ist bis heute nur selten in hiesigen Gärten zu finden.

Anbau im Garten

Fenchel ist eine Langtagspflanze, das heißt, es neigt zum Schossen bzw. Blühen, wenn die Tage länger werden. Bei Gemüsefenchel ist diese Eigenschaft unerwünscht, da man ja möglichst große Knollen ernten möchte. Um das Schossen im Frühsommer zu verhindern, besorgt man sich entweder schossfeste Sorten oder sät erst Mitte Juni bis Mitte Juli an einem warmen und geschützten Ort im Freiland aus. Damit der im Hochsommer gesäte Fenchel bis zum November erntereif ist, benötigt er viel Wärme – ideal ist der Anbau im Weinbauklima.

Wer in ungünstigeren Klimalagen gärtnert, sollte auf entsprechend schossfeste Sorten zurückgreifen, die bereits ab März vorgezogen werden können. Die ideale Keimtemperatur liegt bei 20 °C, nach der Keimung können die Pflänzchen behutsam an etwas tiefere Temperaturen gewöhnt werden, die aber möglichst nicht unter 15 °C fallen sollen.

Der beste Abstand beträgt 40cm zwischen und 25 cm in den Reihen. Pflanzt man enger, so bleiben die Knollen zu klein. Bei der Direktaussaat sollten Sie deshalb mit dem Vereinzeln auf den empfohlenen Abstand warten, bis die herauszuziehenden Pflänzchen eine solche Größe haben, dass Sie eine oder mehrere Mahlzeiten aus ihren zubereiten können.

Fenchel zehrt mittelstark, d.h. er wächst am besten in zweiter Tracht, nachdem im Vorjahr ein Starkzehrer das Beet belegt hat. Während der Wachstumszeit können Sie den Fenchel mit ein wenig Kompost oder einen anderen organischen Dünger versorgen. Zu viel Stickstoff sollte nicht aufs Beet, da die Pflanzen dann das gesundheitsschädliche Nitrat anreichern.

Die Pflege des Fenchelbeets ist einfach: Sie müssen sich lediglich darum kümmern, Unkraut zu zupfen bzw. zu hacken, und es darf keine zu starken Unterschiede in der Wasserversorgung geben, da die Knollen sonst platzen können.

Fenchel verträgt sich gut in Mischkultur mit Salat, der zwischen den Reihen wachsen kann, bis die Fenchelpflanzen den ganzen Platz einnehmen. Verwandte Pflanzen wie Möhren, Pastinaken oder Petersilie sollten aber nicht neben Fenchel wachsen.

Im Herbst kann der Fenchel bei vorübergehend leichten Minustemperaturen auf dem Beet stehen bleiben, günstig ist dabei eine Abdeckung mit Vlies oder Stroh. Drohen länger Temperaturen unter 0 °C, muss er aus dem Beet genommen werden.



Aus "Karen Meyer-Rebentisch: Das Gemüsebuch" blv Verlag, mit freundlicher Genehmigung des blv Verlags


Im 2. Teil erfahrt ihr mehr über Schädlinge und Krankheiten, die Ernte und Lagerung und die Verwendung von Fenchel in der Küche.
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Kommentare

26.06.2012 09:25 merlincurry
Im April brachte ich mir aus Südtirol Pflänzchen mit und setzte sie in Mischkultur zusammen mit roten Beeten auf mein altes Hochbeet. In dem befindet sich dieses Jahr nur das Abdecklaub meiner Topinamburbeete.
Hab schon die Hälfte gegessen.....sooooo schöne Pflanzen mit männerfaustgroßen Knollen !Ich hatte sie nur zu den Eisheiligen abgedeckt.
Im übrigen finde ich sie nicht "würzig", sondern eher mild, also der typische Fenchelgeschmack verschwindt fast , ist somit auch für Menschen geeignet, die Fenchel eigentlich nicht mögen.
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