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Elisabeth Melzers Blog (99 Einträge)

Bärlauch-Risotto Bärlauch-Canneloni Bärlauch-Bruschetta
1896 mal angesehen
18.03.2013, 11.03 Uhr

In der Luft liegt Bärlauch-Duft

„Entschuldigen’s – wos is’ des, wos Sie do abschneidn?“ „Bärlauch!“ Wos macht ma damit?“ „Suppe, Salat, Gemüse, Auflauf, Knödel, Pesto – was Sie wollen.“ „A gehn’s weiter! Und des wachst mitten in der Stoadt, und mir kennen’s ned.“ Dieser kleine Dialog findet alle Jahre wieder im März statt – seit 20 Jahren.

Dort, wo ich wohne, gibt es in der Stadt einen Hügel, der im März mit Bärlauch übersät ist, und der sich einige Wochen später, von einem Tag auf den anderen, in ein weißes Bärlauch-Blütenmeer verwandelt. Zwei Monate lang liegt ein betörender Duft in der Luft, dem ich mich schwer entziehen kann.

Das Bärlauch-Bergerl ist über eine Sackgasse ohne Durchgangsverkehr zu erreichen, und deshalb erlaube ich es mir, den Bärlauch dort zu ernten und ihn zu verspeisen. Ohne das unangenehme Gefühl, ich könnte ihn ausrotten – oder mich. Und weil bei meinen jährlichen Begehungen immer ein paar Spaziergänger vorbeikommen und sich aufklären lassen, sind vielleicht noch eine Hand voll Wildkräuter-Gourmets dazugekommen, die jetzt dem Bärlauch zusprechen. Allerdings bin ich bei meinem Stelldichein vor Ort bisher stets alleine gewesen – beim Essen jedoch nie!

Meine chilenischen Freunde Maria-Teresa und Jorge sind öfters beruflich in München. Die erste Frage am Telefon lautet wie bei allen Latinos: „Wie geht’s? Como estas?“ Und die zweite ist im Frühjahr ebenso gewiss: „Was macht der Bärlauch?“ „Der wartet morgen Abend bei mir zu Hause auf Euch“, antworte ich dann meist, denn ich kann Hintergedanken lesen. Und ich freue mich über den gesunden Appetit meiner Freunde ebenso sehr, wie sie sich über meine Einladung freuen und daran, am Einheimischen-Wissen teilzuhaben. Auf ihrer Beliebtheitsskala folgt das Bärlauch-Essen unmittelbar nach dem Maibaum-Aufstellen und dem Sonnwendfeuer – bayerischen Gepflogenheiten, die es in Chile nicht gibt.

Den Bärlauch wollten Maria-Teresa und Jorge schon mal in Chile anbauen – das ist leichter als Maibäume zu exportieren, dachten sie sich. Aber es ist ihnen nicht gelungen. Die Pflanze ist ein Frostkeimer und braucht mehrere Wochen lang Minusgrade, bevor sie sich entschließt, neu auszutreiben. Bei uns wachsen dafür keine Papayas und Mangos, wie sehr wir uns auch darum bemühen. Ein bisserl Individualität darf schon sein, finde ich, sonst könnte man sich auf Reisen gar nicht mehr an den Gaben des jeweiligen Landes erfreuen.

Genießen Sie die Bärlauchzeit mit allen Sinnen!

Bärlauch-Bruschetta

1 Schalotte, 150 g Austernsaitlinge (oder andere Zuchtpilze, Champignons),
2 EL Öl, 1–2 Hand voll Bärlauch (5–6 EL, geschnitten), einige Bärlauchblüten,
75 g Frischkäse, Salz, Pfeffer, 1–2 EL weißer Balsamico


• Gewürfelte Zwiebel und Pilze in Öl andünsten.
• Bärlauch zugeben, Frischkäse einrühren.
• Die Masse mit Balsamico, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.
• Baguette 10 Minuten bei 200 °C im Ofen rösten, mit der Bärlauch-Pilz-Creme bestreichen und mit feingeschnittenen Bärlauchblättern und -blüten garniert servieren.

Bärlauch-Suppe

Zutaten für 4 Portionen:
1 Zwiebel, 2 Kartoffeln, 1 EL Butter, 750 ml Gemüsebrühe, reichlich Bärlauch (150–200 g), Salz, Pfeffer, Muskat, etwas Zitronensaft, 100 ml Sahne

• Gewürfelte Zwiebeln und Kartoffeln in Butter andünsten, Gemüsebrühe aufgießen, Kartoffeln weichkochen.
• Bärlauchblätter grob hacken, in die Suppe geben, einige Minuten mitgaren.
• Suppe pürieren, Sahne zugeben, mit Zitronensaft, Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken.
Mit Blüten und/oder in Streifen geschnittenem Bärlauch garnieren.

Bärlauch-Risotto

Zutaten für 4 Portionen:
2 EL Öl, 1 Zwiebel, 300 g Risotto-Reis, 800–900 ml heiße Gemüsebrühe,
400 g Ricotta-Käse, Salz, Pfeffer, 2 Hand voll Bärlauch (50 g)

• Gewürfelte Zwiebel in Öl andünsten.
• Reis dazugeben und unter Rühren glasig braten.
• 2 Tassen Gemüsebrühe angießen und bei geringer Hitze unter Umrühren verdampfen lassen.
• Nach und nach immer wieder Brühe zugießen und verdampfen lassen, bis der Reis ausgequollen ist. Das Risotto sollte cremig sein, die Körner noch leicht bissfest.
• Bärlauch waschen, abtropfenlassen und fein schneiden.
• Bärlauch zusammen mit dem Ricotta unter das Risotto rühren.
• Mit gerösteten Pinienkernen und Bärlauch bestreut servieren.

Bärlauch-Canneloni


Zutaten für 4 Portionen:
12–16 Canneloni, 300–400 g Schafskäse, 2 Hand voll Bärlauch (10 EL, gehackt,
50 g), reichlich Petersilie (4 EL, gehackt), 2 EL gehackte Hasel- oder Walnüsse,
2 Schalotten, 1 EL Olivenöl, 1 EL Butter, 2 EL geriebenen Parmesan, Salz,
schwarzer Pfeffer, ½ l Tomatensoße oder passierte Tomaten


• Schafskäse mit Olivenöl und klein gewürfelten Schalotten, gehackten Nüssen, Bärlauch und Petersilie mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
• Canneloni mit der Masse befüllen und nebeneinander in eine gefettete Auflaufform legen.
• Mit der Tomatensoße übergießen, mit Parmesan bestreuen und mit Butterflocken belegen.
• Im Backofen 45 Minuten bei 180 °C backen.
• Die Canneloni vor dem Servieren mit etwas gehacktem Bärlauch bestreuen.

Bärlauch-Öl

10 gewaschene, getrocknete Bärlauchblätter in einer Flasche mit Olivenöl auffüllen, bis die Blätter bedeckt sind. Verschlossen an einem kühlen, dunklen Ort eine Woche ziehen lassen. Das Öl ignet sich für Blattsalate oder zum Beträufeln von Pizza, Pasta, Carpaccio und Ziegenfrischkäse.

Bärlauch-Essig

10 Bärlauchblätter in eine gut gereinigte Flasche geben, mit Weißweinessig auffüllen, verschlossen eine Woche ziehen lassen. Passt zu Blattsalaten und eignet sich zum Abschmecken von Suppen, Soßen und Dips.


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ElisabethMelzer

ElisabethMelzer

Alter: 63 Jahre,
aus München

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Kommentare

18.03.2013 11:30 Pattibelle
Tolle Rezepte Danke!
18.03.2013 14:59 Annerose
Danke für die leckeren Rezepte! Ich sammle auch jedes Jahr bei uns im Auenwald. Allerdings muß man aufpassen, da nur ein Teil des Waldes zum Sammeln zugelassen ist. Der größte Teil steht unter Naturschutz. Übrigens ist unser Auenwald einer der größten in Mitteleuropa und zieht sich durch die Stadt.
Ich mache immer Bärlauchbutter. Wie der Name schon sagt: Bärlauch kleinschneiden, Butter, Salz. Kann man auch gut einfrieren.
18.03.2013 19:12 geli59
Am liebsten blank auf's frische gebutterte Salzbrot!
(Am nächsten Tag bitte nicht auf Menschen treffen, die nicht mit gegessen haben!)
Am zweit liebsten in den Salat, als Butter, als Suppe, als Pesto....
in Knödeln, gefüllten Champignons....
mhhhh, Hunger!
Hier sind die ersten Blätter erfroren, warte auf das fränkische Frühlingserwachen!

grüsse geli
20.03.2013 15:53 gundel
hallo annerose,ich bin jedes jahr im frühjahr in der alten heimat um drei schöne sachen zu machen :1. meine mutti zu besuchen ,2. die buchmesse durchstöbern und 3. bärlauch zu sammeln am auensee.leider hat das letzte diesjahr nicht geklappt.ich mach immer paste und die kann ich für andere sachen weiterverarbeiten.
20.03.2013 22:25 Annerose
gundel schrieb:
hallo annerose,ich bin jedes jahr im frühjahr in der alten heimat um drei schöne sachen zu machen :1. meine mutti zu besuchen ,2. die buchmesse durchstöbern und 3. bärlauch zu sammeln am auensee.leider hat das letzte diesjahr nicht geklappt.ich mach immer paste und die kann ich für andere sachen weiterverarbeiten.

Na dann sehen wir uns vielleicht im nächsten Frühjahr im Auenwald!
08.04.2013 19:10 stilleWeisel
Danke für die schönen Rezepte!
Waldrandbewohner wie ich sind in der glücklichen Lage, Bärlauch im Garten zu haben Leider ist er erst 5cm hoch, aber immerhin, denn vor einer Woche lag dort noch Schnee. Hoffe, dass ich in 2 Wochen ernten kann und dann gibts Bärlauchbutter und Deine Suppe!
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