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Wolfram Franke - Mein Gartenbl...

Herausgeber der Zeitschrift kraut&rüben (86 Einträge)

Hummel Tomate Apothekerrose
347 mal angesehen
13.05.2013, 09.20 Uhr

Biologisch gärtnern mit allen Sinnen

Warum haben so viele Menschen Angst vor der Gartenarbeit und machen sich aus dieser Furcht noch viel mehr Arbeit als nötig? – Dabei kann Gartenarbeit viel Spaß machen. Wenn man sich nicht nur aufs Rasenmähen und Thujaheckenschneiden beschränkt, bietet sie Kreativität, Kunst, Sport und Meditation. Dann verwöhnen wir im Garten unsere sieben Sinne, über die ich an dieser Stelle schon am 5. März dieses Jahres geschrieben habe.

Erster Sinn: Sehen

Blühende Pflanzen überall und zu jeder Jahreszeit. Sie locken allerlei Insekten, so auch bunte Falter und Schwärmer an. Unsere Augen werden reich beschenkt. Um uns diesen Genuss zu verschaffen, müssen wir zunächst einmal viele verschiedene und zu unterschiedlichen Jahreszeiten blühende Pflanzen einplanen. Das alles dann handwerklich anzulegen, ist schon eine kleine sportliche Herausforderung, für die wir uns mit vielen schönen Stunden sinnlicher Meditation belohnen dürfen. Wenn uns das gelingt, haben wir ein Kunstwerk vollbracht.

Zweiter Sinn: Hören

Vielen blühende Pflanzen locken auch unzählige Bienen und Hummeln an, die mit ihrem Summen den Garten mit Musik erfüllen. Indirekt werden durch einen solchen Garten auch Vögel angelockt, die unser Fleckchen Erde mit einem Dauerkonzert von morgens bis abends erfüllen. Ihnen zuzuhören ist Meditation.

Dritter Sinn: Riechen

Alle Insekten orientieren sich am Geruch, gerade auch solche, die wir als Schädlinge einstufen. Je größer die Vielfalt verschiedenartiger Pflanzen im Garten ist, desto geringer ist die Chance für Schädlinge sich dort niederzulassen. Andererseits erfüllen viele Kräuter, Stauden und einjährige Pflanzen den Garten mit ihrem Duft, der Seele des Gartens.

Vierter Sinn: Schmecken

Ganz klar: Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten schmecken am besten. Die Beete vorzubereiten, die Erde zu lockern, feinkrümelig abzuharken, Rillen zu ziehen, Pflanzlöcher zu stanzen und schließlich zu säen, zu pflanzen, zu gießen, zu hacken und mulchen, das alles verlangt bücken, hacken, ziehen, Gießkannen voll Wasser schleppen und viele Kniebeugen. Aber ist das nicht in etwas anderer Version eine Gymnastik, ein Krafttraining, wie man es sonst für viel Geld im Fitness-Center bekommt? Im Gegensatz dazu betreiben wir unseren Sport in frischer Luft und erhalten als Lohn die besten Nahrungsmittel, die wir uns denken können. Was bekommt man dagegen vom Fitness-Center?

Fünfter Sinn: Tasten

Wollziest (Stachys byzanthina) und Wolliger Thymian (Thymus pseudolanguinosus) verleiten auf angenehme Weise zum Streicheln. Der Tastsinn und handwerkliche Geschicklichkeit sind aber auch zum Fertigen kleiner Kunstwerke im Garten, zum Bau von Trockenmauern und Treppen, Weidenflechtzäunen und Kugeln aus Clematisranken gefragt. Der Garten ist ein Ort der Kreativität und Kunst.

Sechster Sinn: Temperatur empfinden

Ein gutes Kleinklima zu schaffen braucht zunächst einmal Kraft um einen Erdwall aufzuschütten und Bäume und Sträucher zu pflanzen. Doch dann wird das Kleinklima im Garten von Jahr zu Jahr besser, lässt Pflanzen kräftiger und gesünder gedeihen, schafft uns Behaglichkeit und Geborgenheit. Auch bei diesem Sinn folgen Sport und Meditation dicht aufeinander.

Siebenter Sinn: Gleichgewicht

Natürlich könnten wir noch zwischen zwei Bäumen ein Seil zum balancieren, also, unseren Gleichgewichtssinn zu trainieren, installieren. Doch mir geht es auch ums innere Gleichgewicht. Wo sollte man es besser finden als im Garten. Wenn wir unsere Kreativität durch körperliche Arbeit in bleibende Werte umsetzen und uns dann noch die Kunst der Meditation gelingt, dann haben wir unser inneres Gleichgewicht gefunden.

Wie Sie den sieben Sinnen in der alltäglichen Praxis des Biogartens gerecht werden, darüber referiere ich am kommenden Donnerstag, den 16. Mai um 19.30 beim BUND Tuttlingen, Mühlenweg 11. Auch auf der Terminseite meiner Homepage weise ich auf meinen Vortrag und weitere Termine hin: [gartenschreiber.de]
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WolframFranke

WolframFranke

Alter: 69 Jahre,
aus Vaterstetten
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