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Wolfram Franke - Mein Gartenbl...

Herausgeber der Zeitschrift kraut&rüben (86 Einträge)

Kräuterspirale Brunnenkresse Kräuterspirale hinten
1183 mal angesehen
14.05.2013, 15.04 Uhr

Kräutergärten in allen Variationen

Kräuter gedeihen nahezu überall. Die Küchenkräuter wie Dill, Petersilie, Kümmel, Koriander oder Basilikum lassen sich wunderbar in die Mischkulturen eines Biogartens einfügen. Sie und viele andere Kräuter gedeihen aber auch auf eigenen Beeten, im Blumenkübel und Balkonkasten, zwischen Stauden – einige sogar im Wasser und auf dem Dach.

Während die ein- und zweijährigen Küchenkräuter sehr gut auf dem nahrhaften Boden eines Gemüsebeets wachsen, legt man für die ausdauernden Kräuter, meist Kleingehölze mediterranen Ursprungs, am besten eigene Beete mit speziell für sie aufbereiteten Boden an. Der Untergrund sollte auf jeden Fall gut drainiert sein, damit keine Staunässe entsteht. Da bietet es sich an, diese Kräuterbeete leicht erhöht anzulegen, wie es einst schon Walahfried Strabo, der Mönch von der Insel Reichenau gemacht hatte. Sie können seinen Garten noch heute besichtigen. Viele alte Klostergärten haben ihre Heilkräuter nach den menschlichen Organen geordnet auf mit Brettern eingefassten und um etwa 20 bis 30 Zentimeter erhöhten Beeten eingefasst. Natürlich können Sie auch Trockenmauern bauen, in dessen Fugen dann auch noch Tripmadam (Sedum reflexum) wachsen kann. Kräuter mit mediterranem Charakter gedeihen zwar auch auf jedem normalen Gartenboden, doch wenn man sie eher karg hält, entfalten sie die Wirkung ihrer ätherischen Öle umso besser.

Seit mehr als 30 Jahren findet man in vielen öffentlichen Biogärten, Schulgärten, in privaten Gärten und sogar auf Gartenschauen eine Kräuterspirale. Erfunden hat sie Bill Mollison, der Begründer der Permakultur. Der Sinn und Zweck: auf kleinem Raum verschiedene Standorte für möglichst viele verschiedene Kräuter zu schaffen. Dazu werden zwei parallel zueinander in Form einer Spirale verlaufende Trockenmauern errichtet, mit einem etwa 70 bis 80 Zentimeter hohen Spitze und einem kleinen Tümpel am Fuß. Das Innere füllt man an der höchsten Stelle mit magerem Kies, nach unten hin wird die Erde dann immer nährstoffreicher. Oben wachsen Rosmarin, Lavendel und Salbei, unten Petersilie, Dill und Minze.

Allerdings werden die Kräuterspiralen größtenteils zu klein angelegt und mit zu vielen und zu stark wachsenden Kräutern bepflanzt. Sie sehen nach kurzer Zeit nur noch wie ein verunkrauteter Steinhaufen aus. Der Durchmesser sollte mindestens drei Meter betragen, und Kräuter wie Wermut, Beifuß, Herzgespann oder Estragon sollte man besser von ihr fernhalten. Minzen senkt man am besten im Topf ein, um sie an der Ausbreitung zu hindern. Auf einen weiteren Fehler bin ich vor ein paar Jahren gestoßen: Bei jeder Kräuterspirale hierzulande wird der kleine Tümpel an der Südseite angelegt. Darin soll Brunnenkresse wachsen, die jedoch kühles, am besten fließendes Wasser liebt. Des Rätsels Lösung: Bill Mollison lebt auf der Südhalbkugel, auf der Insel Tasmanien. Dort scheint die Sonne mittags von Norden. Folgerichtig hat er seinen Tümpel im „schattigen Süden“ angelegt. Bei uns auf der Nordhalbkugel muss dieses Minigewässer natürlich an der Nordseite der Spirale liegen.

Große Kräuterspiralen sind dagegen von außen schwer zugänglich. Man muss auf sie hinaufklettern, um in der Mitte pflegen und ernten zu können. Deshalb bin ich auf die Idee einer geöffneten Kräuterspirale gekommen, in die ich hineingehen kann. Zugegeben: Die Bezeichnung „Spirale“ trifft auf mein Kräuterbeet nicht mehr so ganz zu. Aber es hat sich nunmehr zwei Jahre lang bewährt ...

Einen Vortrag zum Thema Kräutergärten in allen Variationen halte ich am Samstag, den 8. Juni um 13 Uhr auf den Steingadener Blütentagen in Steingaden (Oberbayern). Abbildungen meiner offenen Kräuterspirale finden Sie auch auf meiner Homepage [www.gartenschreiber.de]
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WolframFranke

WolframFranke

Alter: 69 Jahre,
aus Vaterstetten
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