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Elisabeth Melzers Blog (95 Einträge)

Amarettokuchen mit Erdbeeren und Sahne Amarettokuchen Erdbeeren mit Puderzucker, Zitrone und Minze
709 mal angesehen
10.06.2013, 12.10 Uhr

Der Amarettokuchen oder: Von der Kunst lozulassen

Wahrscheinlich kennen Sie das auch: Da gibt es etwas, das Sie unbedingt wollen, und je mehr Sie sich darum bemühen, desto weiter rückt das Objekt der Begierde in die Ferne. Aber just in dem Moment, in dem Sie jeden Gedanken daran fallen lassen, kommt dieses Etwas ohne Zutun zu Ihnen. So war es auch mit dem Amarettokuchen aus dem Baal.

Das Baal ist ein Lokal in München. Eine der ganz frühen Kneipen, die sich in den 1970er Jahren zu den bayerischen Wirtschaften hinzugesellten. Dort verbringen meine Kolleginnen und ich ab und an eine Mittagspause. Zu den ebenso preiswerten wie leckeren Mittags-Menüs gehört ein Nudelgericht mit Salat und eine Nachspeise. Oft genug haben wir die Nachspeise gegen einen Espresso eingetauscht, weil einfach nichts mehr reinging. Aber nicht, wenn es den Amarettokuchen gab! Dann war stets klar: heute muss es das komplette Menü sein.

Ich bin mir ganz sicher, dass ich schon bei der ersten Begegnung mit diesem Kuchen nach dem Rezept gefragt habe. Später versuchte ich, den Koch mit Rezepten aus kraut&rüben zu bezirzen. Keine Chance! Der Kuchen blieb sein Geheimnis. Dann folgte eine Amarettokuchen-freie-Zeit. Vielleicht waren wir auch nur seltener im Baal. Jedenfalls kam es mir so vor, es wären Jahrzehnte vergangen, als ich eines Tages beim Studieren des Menüs ‘Amarettokuchen’ las. Wie schön, fanden wir alle, den haben wir lange nicht mehr gegessen. Und als die Bedienung fragte, ob es geschmeckt habe, da schwärmte ich und erzählte beiläufig, wie gerne ich dieses Kuchen-Rezept schon immer gehabt hätte. „Ich frage den Koch mal“, sagte die junge Frau ebenfalls beiläufig – und kam nach wenigen Minuten mit dem Kuchen-Rezept zurück. Ich war sprachlos.

Seither habe ich diesen blitzschnellen Kuchen viele Male gebacken, als Party- oder Redaktions-Mitbringsel, als Geburtstagkuchen oder Nachspeise zum italienischen Menü. Er ist eine der wenigen sehr süßen Speisen, die ich wirklich mag. Allerdings finde ich, es gehört frisches Obst dazu: verschiedene Beeren, Aprikosen oder Pfirsiche – am besten passen Erdbeeren. Die Früchte vierteln, in Zitronensaft und Puderzucker marinieren, 30 Minuten in den Kühlschrank stellen – mit dem Kuchen und einem Schlag Sahne servieren. Das ist für mich Sommerglück pur.

Wenn Sie den Kuchen ausprobieren, werden Sie mich verstehen.

Amaretto-Kuchen

150 g Zucker, 3 Eier, 200 g Mandeln, 200 g gemahlene Amarettokekse (Amarettini), 2 TL Backpulver, 250 ml Schlagsahne

• Zucker und ganze Eier schaumig rühren.
• Mit Mandeln und gemahlenen Keksen (Nussmühle) mit dem Handrührgerät zu einem glatten Teig verrühren.
• Das Backpulver sieben und zufügen, die Sahne nach und nach unterrühren.
• Den zähflüssigen Teig in eine gefettete Springform füllen und bei 200 °C
40 Minuten backen.
• Mit Puderzucker bestäuben und mit frischem oder mariniertem Obst (Erdbeeren, Zucker, Zitrone) und Schlagsahne servieren.
• Variation: 100 g Kuvertüre-Raspel zufügen und/oder einen Schuss Sambuca, mit Kuvertüre glasieren.




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ElisabethMelzer

ElisabethMelzer

Alter: 62 Jahre,
aus München

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Kommentare

10.06.2013 12:29 Katalin
Wow! Das nennen ich hartnäckig Den mache ich 100% nach. Und dasd Baal.... ich musste nachdenken, aber dass ist doch in der Nähe vom Cinema, richtig???? Das mochte ich auch immer sehr )
11.06.2013 10:10 Flitzeflink
Dieser Kuchen ist echt eine Wucht! Wenn ich ihn hier so stehen sehe, mache ich mich doch gleich auf den Weg ins Baal! Dort hat er mir schon viele Mittagspausen versüßt
13.06.2013 12:06 ElisabethMelzer
Katalin schrieb:
Wow! Das nennen ich hartnäckig Den mache ich 100% nach. Und dasd Baal.... ich musste nachdenken, aber dass ist doch in der Nähe vom Cinema, richtig???? Das mochte ich auch immer sehr )


Ja, genaugenommen: Kreittmayrstraße/Ecke Erzgießereistraße
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