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Wolfram Franke - Mein Gartenbl...

Herausgeber der Zeitschrift kraut&rüben (87 Einträge)

(c)Wilhelmine Wulff-pixelio.de 604857 (c)Thomas Max Müller@pixelio.de 220452
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09.07.2013, 10.26 Uhr

Kirschbaum richtig sanieren

Im Lauf eines Jahres treffen wir hier in unserer Redaktion zahlreiche Leseranfragen unterschiedlicher Art ein. Natürlich helfen wir Ihnen gern bei Ihren Gartenproblemen. Doch manchmal werden wir auch mit kuriosen Sachverhalten konfrontiert. So voriges Jahr im November.
Da hatten Gartenfreunde einen 50 bis 60 Jahre alten Kirschbaum in ihrem Garten, der durch den Sturm einen Riss im Stamm bekommen hatte. Ein angeblicher Obstbaumkenner tat zunächst das Richtige: Er entlastete die Krone durch einen Auslichtungsschnitt, und brachte mehrere Stahlseile an, mit denen er die Leitäste der Krone zusammen hielt. Beim Schnitt stellte er fest, dass einer der Äste hohl war.

Was er dann tat, war allerdings eine Schnapsidee hoch drei! Er füllte den Hohlraum mit mehreren Litern Ponal, einem Holzleim! – Nun weiß jeder, der einmal mit Holz gebastelt hat, dass Ponal nur bindet, wenn die Holzflächen, die miteinander verklebt werden sollen, absolut glatt und sauber sein und dann mehrere Stunden lang mit Schraubzwingen oder ähnlichem aufeinander gepresst werden müssen. In einem hohlen Baumstamm ist dies alles nicht möglich.

Ich weiß nicht, wie sich dieser Holzleim verhält, wenn man ihn literweise in einen hohlen Baumstamm kippt. Wer macht sowas schon? Die Besitzer des Baums hatten Angst, dass der Leim nicht ganz austrocknet, dann bei Frost quillt und den Stamm sprengt. Fest steht jedenfalls: Der Holzleim wird die Wunde nie verschließen! Man weiß heute, dass es falsch ist, Hohlräume eines Baumes zu verfüllen, ganz gleich, mit welchem Füllmaterial. Zwischen der „Plombe“ und dem Stamm bleibt es immer hohl. Dort konzentriert sich umso mehr Feuchtigkeit, und die Gefahr, dass der Baum von innen heraus fault, vergrößert sich wesentlich.

Wenn möglich, sollte man den Hohlraum sauber ausschaben. Wichtig ist dabei vor allem, dass sich keine Feuchtigkeit darin sammelt. Notfalls bohrt man ein Loch an der tiefsten Stelle der Höhlung, damit Wasser gegebenenfalls ablaufen kann. Auf jeden Fall sollte man den Rand der Rinde rund um den Hohlraum glattschneiden. Dort, am Kambium, bildet die Rinde von Jahr zu Jahr einen immer dicker werdenden Wulst, der dann die Wunde im Lauf der Jahre auf ganz natürliche Weise verschließt.

Egal, um welchen Obstbaum es sich handelt: Wenn Sie ihn jedes Jahr behutsam auslichten und für eine ausgewogene Verteilung der Kronenäste sorgen, bleibt er über Jahrzehnte gesund und seine Krone stabil. So brechen keine Äste ab und es entstehen so leicht keine Hohlräume. Der beste Zeitpunkt, einen Kirschbaum zu schneiden, ist übrigens jetzt, noch während oder gleich nach der Ernte.

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WolframFranke

WolframFranke

Alter: 69 Jahre,
aus Vaterstetten

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