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Wolfram Franke - Mein Gartenbl...

Herausgeber der Zeitschrift kraut&rüben (86 Einträge)

Franke Franke Franke
384 mal angesehen
29.07.2013, 17.31 Uhr

Das erste Bad

Anfang Mai habe ich gejubelt: Der Teich ist voll – Ju-huhu! Danach hatte ich gleich drei Mal Pech. Plötzlich schwamm eine Gans mitten im Teich. Das konnte ich natürlich nicht dulden! Und als sie die Flucht vor mir ergriff, wühlte sie den Kies am Teichrand auf und legte die Folie an manchen Stellen frei. Ein paar Tage später muss wohl ein sehr großer Hund im Garten gewesen sein. Ich sah riesige Tatzenspuren. Der hatte den Untergrund des Teichs ebenfalls reichlich aufgewühlt, so dass das Wasser tagelang als eine lehmige Brühe erschien. Zu guter Letzt, fand auch noch ein Stockentenpärchen an dem neuen Badeteich Gefallen. Das reichte: Ich machte der Garten rund herum gänse- und hundesicher, und spannte kreuz und quer Bindfäden über den Wasserspiegel. Das half. Die lehmigen Schwebteile sanken zu Boden, das Wasser wurde glasklar, Ruderwanzen, Rückenschwimmer, Libellenlarven und sogar drei Molchlarven entdeckte ich im Wasser. Die Unterwasserpflanzen begannen sich auszubreiten.

Doch dann: Tage und Wochen kein Regen. Nur Hitze. Der Wasserspiegel sank infolge von Verdunstung so tief ab, dass schon der oberste Balken des Holzeinsatzes, der den Badeteil von der Wasserpflanzenzone trennt herausragte. Weniger Wasser, das bedeutet eine schnellere Erwärmung des Teichs und somit auch mehr Algen. Die Unterwasserpflanzen wie Hornblatt (Ceratophyllum demersum), die Wasserpest (Elodea canadensis) sowie das Tausendblatt (Myriophyllum) haben sich noch nicht genügend ausgebreitet, um den Algenwuchs wirksam zu verringern.

Für mich sind Algen eigentlich kein Grund zur Panik. Ich weiß ja aus den vielen Recherchen zu meinen Artikeln und Büchern, dass sie in jedem frisch angelegten Garten- oder Schwimmteich zunächst einmal nur den Nährstoffhaushalt regulieren. Nur dürfen sie nicht überhand nehmen. Und diese Gefahr besteht in meinem Teich, zumal das Wasser in München und Umgebung wie es scheint mehr Kalk als H2O enthält. Aus diesem Grund verkneife ich es mir, Wasser nachzufüllen. Das würde nur noch mehr Algenwuchs hervorrufen. Also gehe ich einmal in der Woche mit einem langen Stock rund um den Teich und fische Algen. So haben sie noch nicht überhand genommen, und das Wasser ist noch immer klar.

Meine Frau lockte es an diesen heißen Tagen zum Baden. Doch ich war strickt dagegen. „Nein“, sagte ich, „erst müssen sich die Wasserpflanzen noch mehr ausgebreitet und der Algenwuchs nachgelassen haben. Erst muss sich das biologische Gleichgewicht eingependelt haben, vorher ist baden verboten!“ – Auch ich verkniff mir die Erfrischung im eigenen Teich.

Doch vor ein paar Tagen kam unser zwölfjähriger Enkel zu Besuch. Der wollte unbedingt baden. Und welche Oma, welcher Opa kann da „Nein“ sagen. Also eröffnete er die Badesaison in unserem Teich. Der Bann war gebrochen. Am vergangenen Sonntag kühlten wir uns in unserem neuen Badebiotop am, meine Frau gleich drei Mal.

Es ist in der Tat eine Erfrischung. Das Wasser im tiefen Badeteil ist kühl geblieben, doch es fühlt sich wunderbar weich an. Rundherum im flachen Wasserpflanzenteil ist es wesentlich wärmer. Durch unseren Einstieg und unser Planschen vermischt sich das Wasser aus dem Badeteil mit dem der Vegetationszone. Faszinierend ist es auch, aus dem Teich heraus unseren Garten aus der Froschperspektive zu betrachten. Wie sich unser vorzeitiges Bad nun weiterhin auf die Teichbiologie auswirkt, weiß ich noch nicht. Endlich hat’s ein bisschen geregnet. Aber das ist noch viel zu wenig ...

Den Bau meines Badeteichs habe ich auch auf meiner Homepage dokumentiert: [www.gartenschreiber.de]
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WolframFranke

WolframFranke

Alter: 69 Jahre,
aus Vaterstetten
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Kommentare

31.07.2013 00:28 blacky85
Schönschön,
aber invasive Arten wie Wasserpest sind eigentlich tabu und verboten...
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