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Mein Küchen-Karteikasten

Elisabeth Melzers Blog (84 Einträge)

Wildkräutersuppe Schafgarbe im Ausbackteig Pasta mit Spitzwegerich-Pesto
667 mal angesehen
01.10.2013, 10.10 Uhr

Grüner wird’s nicht!

Die kulinarischen Kräuter-Wanderungen von Johanna Schneider und Andrea Ponschab im Altmühltal haben mir eine neue Dimension eröffnet. Seither jogge ich mit anderen Augen durch die Isarauen. Knoblauchsrauke, Klettenlabkraut und Giersch begleiten mich auf Schritt und Tritt. Beinwell und Günsel lassen sich immer mal wieder am Wegesrand blicken. Mal sind es junge Buchenblätter, die mich an einen köstlichen Salat denken lassen, mal junge Fichtentriebe, aus denen Johanna Schneider eine Süßigkeit zubereitet, die das Zeug zum Suchtmittel hat. Die Löwenzahnblätter erinnern mich daran, dass ich mich im nächsten Jahr rechtzeitig um die Blüten kümmern und einen Sirup daraus machen will. Es ist immer gut, wenn man sich auf etwas freuen kann.

Nach dem Hochwasser im Frühjahr 2013 bin ich beim Joggen von der Isarau auf den Isar-Damm gewechselt, weil der Weg am Fluss noch lange unpassierbar war. Dabei hat sich die Perspektive gewechselt, die Fülle ist geblieben: Labkraut, Spitzwegerich und Ackerminze geben sich am Damm ein Stelldichein, wilder Majoran, Salbei und Mädesüß gesellen sich zwischenzeitlich hinzu. Es ist schön zu sehen, welche Kräuter in Hochform sind und sich auf jene zu freuen, die demnächst eine Vorstellung geben. Schnell lässt sich erfassen, was jahreszeitlich mit Früchten und Gemüsen aus dem Garten zusammenpasst und sich kombinieren lässt. Und als die letzte Pfütze auf dem Uferweg an der Isar ausgetrocknet war, reckten sich noch einmal aromatische junge Gierschblätter zum Himmel, und selbst der Löwenzahn erlebte einen zweiten Frühling.

Bei Johanna Schneider lernt man, wie vieles aus der Natur doch essbar ist, und bei Andrea Ponschab im Beckerwirt werden die Köstlichkeiten zubereitet. Eine Warnung der beiden Kräuter-Pädagoginnen war jedoch so eindringlich, dass ich sie weitergeben möchte: Vom Wiesenkerbel sollten Sie die Finger lassen! Der ist dem giftigen Schierling so ähnlich, dass man ihn leicht verwechseln kann. Ohne einen Kurs in botanischer Systematik ist Wiesenkerbel tabu. Bis Johanna Schneider ihren Kurs ‘Doldenblüter unterscheiden’ abhält. Dann sieht die Sache anders aus. Bis dahin gehen Sie auf Nummer sicher: Beim Sammeln von Spitzwegerich, Giersch oder Schafgarbe können Sie sich nicht irren, und Sie werden sehen: es ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Wildkräutersuppe

Zutaten für 4 Portionen: 1 Zwiebel, 20 g Butter, einige Kartoffeln (250–300 g) ,
1 l Gemüsebrühe, 5–6 große Handvoll Wildkräuter (Blätter von Brennnessel, Giersch, Schafgarbe, Sauerampfer, Spitzwegerich, Vogelmiere, Löwenzahn, Knoblauchsrauke, Gundermann, Borretsch), 125 ml, Sahne, 2–3 Löffel Sauerrahm oder Crème fraîche, Salz, Pfeffer, Muskatnuss


• Zwiebel fein würfeln und in Butter (oder Öl) andünsten.
• Geschälte und kleingewürfelte Kartoffeln zufügen.
• Gemüsebrühe dazugießen, 10–15 Minuten auf kleiner Hitze köcheln.
• Geputzte und gewaschene Brennnessel kurz mitkochen, dann restliche grob zerhackte Wildkräuter zugeben, kurz aufkochen.
• Suppe pürieren, Sahne unterrühren, mit Sauerrahm, Pfeffer, Salz und Muskat abschmecken.
• Suppe mit gerösteten Brotwürfeln und gehackten Kräutern oder Blüten servieren.
• Weil die Suppe je nach Kräuter-Mischung immer etwas anders schmeckt, empfiehlt es sich vor dem Würzen ‚reinzuschmecken’. Saure Sahne peppt die Suppe auf, süße Sahne passt gut, wenn reichlich Bitterstoffe enthalten sind, etwas abgeriebene Zitronen gibt den Pfiff, wenn Bitterstoffe fehlen.

Wegerich-Pesto

50 g junge Spitzwegerich- oder Breitwegerich-Blätter, 5 EL Olivenöl, 20–30 g geriebene Walnüsse, 20–30 g geriebener Parmesan oder Pecorino, Salz, viel schwarzer Pfeffer

• Wegerichblätter gegen die Nervenfasern in feine Streifen schneiden.
• Spitzwegerich sehr fein hacken oder mit dem Mixstab pürieren, dabei nach und nach das Öl zugeben.
• Geriebene Walnüsse und Parmesan unterquirlen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
• Das Pesto schmeckt lecker auf geröstetem Brot oder zur Pasta.
• Wollen Sie das Pesto länger als einige Tage aufheben, dann füllen Sie den zermusten Wegerich mit dem Öl randvoll in kleine Gläser und geben Sie oben noch 1EL Öl darauf. Käse und Nüsse quirlen Sie erst bei Bedarf unter die Masse.
• Variationen: Statt Walnüssen können Sie auch Pinienkerne, geröstete und geschälte Haselnüsse oder Macadamia-Nüsse verwenden. Oder Sie mischen den Wegerich zur Hälfte mit Basilikum, Rucola oder Bärlauch.
• Apart schmeckt etwas abgeriebene Zitronenschale im Wegerichpesto.

Schafgarbe im Ausbackteig

Zutaten für 4 Portionen: 3 EL Dinkelmehl, ½ TL Salz, 1kleines Ei, 100 ml Milch, 3 EL Parmesan, gerieben, 2–3 Hände voll Schafgarben-Blätter, Öl zum Braten

• Mehl, Salz, Milch und Ei verrühren, 15 Minuten quellen lassen. Geriebenen Parmesan unterrühren.
• Gewaschene und trockengeschleuderte Schafgarben-Blätter in den Pfannkuchen-Teig tauchen.
• In heißem Öl auf mittlerer Stufe goldgelb ausbacken, wenden und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.
• Die ausgebackene Schafgarbe schmeckt heiß oder kalt, als Fingerfood mit einem Joghurt- oder Quark-Dip oder als kleine Mahlzeit zu einem frischen Salat.
• Übrige Teigreste schmecken – in der Pfanne gebraten – als ‚pikanter Kaiserschmarrn’.

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ElisabethMelzer

ElisabethMelzer

Alter: 61 Jahre,
aus München
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Kommentare

05.10.2013 19:07 GartenMonika
Wieder was zu meinen eigenen Kreationen dazu gelernt. Vielen Dank!
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