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Wolfram Franke - Mein Gartenbl...

Herausgeber der Zeitschrift kraut&rüben (83 Einträge)

Admiral C-Falter Distelfalter
273 mal angesehen
15.10.2013, 12.55 Uhr

Sonnentage der Schmetterlinge

In diesen warmen Herbsttagen treffe ich wieder meinen Admiral. Er sitzt mit Vorliebe auf den rosaroten Dolden meiner Herbstfetthenne. Dort ruht er oder lauert, oder saugt er den Nektar der Blüten? Es ist schwer zu ergründen. Doch nun eile ich ins Gartenhäuschen, hole meine Kamera und ... Gerade in diesem Augenblick flattert mein Admiral davon. Wo ist er jetzt? Ich kenne seine Vorlieben. Zum Beispiel die pinkfarbenen Herbstastern. Doch wo ich mich auch umschaue, ist weit und breit kein Admiral mehr zu sehen.
Enttäuscht wende ich mich ab, will die Kamera zurück ins Gartenhaus bringen. Da fällt mein Blick auf einen anderen Schmetterling: Wer ist denn das? Den habe ich ja hier noch nie gesehen. Eine kupferfarbene bis braune Zeichnung und die Flügel eigenartig gebuchtet. Fast sieht es aus, als hätte ein Vogel an den Rändern seiner Flügel geknabbert. Ja, auf Fotos, in Büchern habe ich ihn schon mal gesehen. Aber welcher war das? Jedenfalls fotografiere ich ihn. Erst aus der Entfernung und dann taste ich mich immer näher an ihn heran. Er könnte ja ganz plötzlich wegfliegen. Mit der Digitalkamera ist das kein Problem. Alle misslungenen Aufnahmen werden hinterher gelöscht, nur die besten behalten. Ich erwische ihn ganz nah.
Da taucht, wie zum Hohn plötzlich wieder der Admiral auf und lässt sich ein paar Blüten weiter auf den Herbstastern nieder. Also halte ich auch drauf drei, vier, fünf Mal, mit jedem Klick ein paar Zentimeter näher. Doch genug! Ich will mich ja auch am Anblick der Schmetterlinge erfreuen und den Garten genießen. In Ruhe beobachte ich meinen Admiral, wie er mit seinen Flügeln fächert, sich auch durch einen kleinen Windstoß nicht von der Asternblüte wegblasen lässt. Daneben der neue Falter, der mit den gezackten Flügeln. Er wechselt gerade auf die zartlila bürstenförmigen Blüten der Minzen über. Also doch noch einmal draufhalten. Falter auf Minze habe ich noch nicht fotografiert.
Nun schlendere ich über meine Dachpfannentreppe den Erdwall hinauf. Dorthin ist mir der Admiral gefolgt und hat sich wieder auf Asternblüten niedergelassen. Doch was ist das? Wieder ein neuer Schmetterling! Den habe ich auch noch nie hier gesehen. Hellbraun mit lebhaftem Muster. Muss ich zu Hause auch noch nachsehen.
Ich erinnere mich: Welchen Schmetterlingen bin ich außer diesen Dreien schon in meinem Garten begegnet? Dem Tagpfauenauge, dem Hauhechelbläuling ... Natürlich kommt im Frühjahr regelmäßig der Zitronenfalter und – nicht immer willkommen – der Kohlweißling. Da aber meine Kohlpflanzen mit Tomaten, Sellerie und anderem Gemüse gut durchmischt sind, richtet er keinen großen Schaden an. Sogar ein Federgeistchen habe ich während der Gartenarbeit schon entdeckt diesen winzigen zarten Schmetterling mit seinen filigranen weißen Flügeln, an dessen Beispiel sich einst Jürgen Dahl kritisch mit der Ökologie auseinandergesetzt hatte.
Zu Hause finde ich auch die beiden Schmetterlinge in meinem Buch. Ihre Namen waren mir schon bekannt: Der mit den gebuchteten Flügeln ist der C-Falter und der mit der hellbraunen Musterung der Distelfalter.
Die Blütenpflanzen, die diese Schmetterlinge lieben, sind keineswegs mit denen identisch auf denen sie ihre Eier ablegen, sich verpuppen und von denen sich die Raupen ernähren. Der Admiral braucht die Brennnessel, ebenso der C-Falter, außerdem Haselsträucher und Johannisbeeren, der Bläuling den großen Wiesenknopf und als Falter Oregano. All diese Pflanzen gibt es in meinem Garten, der Dieselfalter liebt außerdem Malven, von denen auch einige bei mir gedeihen. Da fällt mir ein, dass sich vor ein paar Jahren, während einer Gartenführung, vor meinen und den Augen meiner Besucher ein Schwalbenschwanz auf meinen Möhren niedergelassen hatte. Später entdeckte ich seine prachtvollen Raupen am Möhrenkraut und verzichtete auf die Ernte. Doch leider haben die offenbar nicht überlebt. Ich habe danach nie wieder einen Schwalbenschwanz in meinem Garten gesehen.
Diese Erlebnisse liegen nun schon ein Jahr zurück, doch die meisten Schmetterlinge kamen auch in diesem Sommer und Herbst wieder. Meine Beobachtungen haben mich angeregt, darüber einen Artikel in meinem kraut&rüben-Gartenjahrbuch 2014 zu schreiben mit einer Tabelle, welche Pflanzen die jeweiligen Schmetterlinge und ihre Raupen lieben. Es ist gar nicht so schwer, ihnen einen geeigneten Lebensraum zu bieten.

Siehe auch [www.gartenschreiber.de]
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WolframFranke

WolframFranke

Alter: 68 Jahre,
aus Vaterstetten
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