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Wolfram Franke - Mein Gartenbl...

Herausgeber der Zeitschrift kraut&rüben (86 Einträge)

Weinlaube auf dem Balkon Niederrother Mönchsrebe Weinlaube Ippenburg
279 mal angesehen
22.10.2013, 10.32 Uhr

Bayerischer Wein

„Weinstraße“ stand auf einem Straßenschild am Eingang eines aus dem rumänischen Banat stammenden Hobbywinzers aus Niederroth bei Dachau in Bayern. Ich besuchte ihn vor 24 Jahren. Der Weg führte unter einer Weinpergola hindurch bis zum Hauseingang. Der ganze Garten war voller verschiedener Weinreben.
Eine dieser Reben fiel durch ihren unbändigen Wuchs auf. Sie war weit über die Pergola hinaus bis in eine zehn Meter hohe Fichte des Nachbarn geklettert. Die Blätter waren sattgrün und daran hingen blaue Trauben. Die Rebe strotzte nur so vor Gesundheit. Über die erzählte mir der Hobbywinzer eine Geschichte.

Als er einmal in Niederbayern über Land fuhr, sah er in einem Dorf eine Scheunenwand, die gänzlich von einer einzigen Weinrebe bedeckt war. Er erkundigte sich nach der Sorte. Die kannte der Bauer nicht, erzählte aber, dass es in dem Dorf früher einmal ein Mönchskloster gab. Die Mönche sollen eine Verbindung nach Südfrankreich gehabt haben. Möglicherweise hatten sie von dort her die Rebe in dieses Dorf gebracht. Der Hobbywinzer schnitt ein paar Stecklingen und zog einige Reben heran, und weil sie offenbar von Mönchen stammten, er aber in Niederroth wohnte, taufte er diese Weinsorte „Niederrother Mönchsrebe“.

Eine junge „Mönchsrebe“ pflanzte ich neben meine Terrasse. Von dort leitete ich sie an Drähten zum darüber liegenden Balkon empor. Die Rebe wuchs schnell, hatte bald den Balkon erreicht, umschlang in den darauf folgenden Jahren das Balkongeländer und schließlich eine Pergola, die ich aus Vierkantleisten auf dem Balkon errichtet hatte. Dort bildete die Weinrebe bald eine dichte Schattenlaube.

Vor allem lieferte sie uns aber Jahr für Jahr reichlich blaue Trauben. Die Beeren sind klein und offensichtlich zum Keltern von Wein gedacht. Aber sie sind auch süß, und man kann sie gut essen. Eine aus einem Steckholz gezogene Rebe haben wir auch für unseren Kreativgarten auf dem Reitsbergerhof gezogen. Dort spannte ich an einer Scheunenwand senkrecht und waagerecht einige Drähte und leitete die Rebe daran empor.

Die „Niederrother Mönchsrebe" ist gesund und trägt reich. Allerdings mögen die Amseln die süßen blauen Trauben ebenso wie wir. Im Hausgarten umhülle ich den Wein, sobald sich die ersten Beeren blau färben, mit einem großen Vogelschutznetz. Das muss rundum dicht sein, damit sich kein Vogel dort hinein verirrt. Im Kreativgarten reihe ich viele alte CDs an langen Schnüren wie Girlanden auf und hänge sie in unterschiedlichen Höhen quer über die ganze Wand auf. Die CDs werden bereits vom leichten Luftzug bewegt und glitzern in der Sonne. Das hält die meisten Vögel vom Wein fern. Eine aus einem Steckling gezogene Rebe habe ich übrigens auch im unseren kraut&rüben-Garten im Park von Schloss Ippenburg gepflanzt, wo sie einen Sitzplatz mit einer kleinen Bank überrankt.

Einmal habe ich aus den Reben Rotwein gekeltert. Meiner Frau war er etwas „zu trocken“. Ich habe ihn dann allein getrunken. Doch nun lasse ich die Trauben von meinem Bauern pressen und bei 80 °C sterilisieren. So haben wir süßen Traubensaft fürs ganze Jahr.

Siehe auch [www.gartenschreiber.de]
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WolframFranke

WolframFranke

Alter: 69 Jahre,
aus Vaterstetten
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