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Wolfram Franke - Mein Gartenbl...

Herausgeber der Zeitschrift kraut&rüben (87 Einträge)

Thujenhecke Heckengarten England Rotbuchenhecke in Herbstfärbung
260 mal angesehen
29.10.2013, 10.17 Uhr

Thujen-Theater

In dem Stück geht es um eine Lebensbaumhecke (Thuja occidentalis). Die Akteure sind ein Ex-Fußballstar, ein Ex-Ministerpräsident, eine Ex-Ministerin, ein amtierender Bürgermeister sowie ein ebenfalls amtierender Gemeinderat eines Dorfes.
Wo sich das ganze abgespielt hat – oder noch abspielt – sage ich lieber nicht. Ich werde auch keine Namen nennen, denn die Angelegenheit ist einfach nur peinlich und dumm.

1. Akt

Der Ex-Fußballstar zieht in ein kleines Dorf und pflanzt rund um sein Grundstück eine Lebensbaumhecke. Er will seine Privatsphäre vor dem Tourismus der Neugierigen schützen, gibt er an.
Nun ist ja allgemein bekannt, dass Thujahecken allerorts die Neubaugebiete verschandeln. Außerdem nutzten sie den Vögeln weder als Nahrungs- noch Nistgehölz, und auch die Bienen haben nichts davon. Aus diesen guten Gründen hatte der demokratisch gewählte Gemeinderat mit dem demokratisch gewählten Bürgermeister das Pflanzen weiterer Thujenhecke in der Gemeinde, so auch in dem Neubaugebiet, in dem der Ex-Fußballstar wohnt, untersagt. Die Gemeinde hatte eine Liste von 40 Heckengehölzen als Alternativ-Vorschläge erarbeitet.

2. Akt

Der Bürgermeister besucht den Ex-Fußballstar, redet mit Engelszungen auf ihn ein, die Thujenhecke wieder zu entfernen, da sie laut Gemeindesatzung nicht erlaubt sei. „Wir können einem Einzelnen nicht erlauben, was wir allen anderen verbieten“, so der Bürgermeister. Doch der Ex-Star holt den Ex-Ministerpräsidenten zu Hilfe, sich für seine Thujen einzusetzen. Der wiederum delegiert die Verteidigung der Friedhofsgehölzhecke an die Ex-Sozialministerin und Kreisrätin der stärksten Fraktion im Landkreis. Die bringt das Thema „Thujen für den Ex-Fußballstar“ vor den Kreistag. Und der macht Druck auf den Bürgermeister und den Gemeinderat des Dorfes.

3. Akt

Doch der Bürgermeister beweist Zivilcourage und lässt die demokratische Entscheidung seines Gemeinderats nicht von einer politischen Seilschaft aushebeln. „Bei uns gibt es keinen Prominentenbonus“, sagt er. Leider findet er beim zuständigen Landratsamt keine Unterstützung. Dennoch steht es im Ermessen der Gemeinde, die Hecke nicht weiterhin zu dulden ...

Theaterkritik

Anstatt mit Hilfe von Politikern hinten herum eine demokratisch beschlossene Satzung des Gemeinderats auszuhebeln, hätte sich der Ex-Star besser von Gartenfachleuten beraten lassen. Da hätte sich sicher eine bessere und schönere Alternative gefunden. Zum Beispiel Eibe: Ein heimisches Gehölz, das blüht und Früchte trägt. Eibe ist zwar giftig, wenn man die Nadeln in den Mund nimmt, kaut und herunterschluckt. Aber das tun wohl nur Selbstmörder, die das wissen. Der rote Samenmantel der Beeren ist das einzig Ungiftige an der Eibe. Die Eibe hat gegenüber der Thuja (die ebenfalls giftig ist) den großen Vorteil, dass sie auch aus dem alten Holz kräftig austreibt, wenn man sie einmal kräftig zurückschneiden muss. Viele mächtige und kunstvoll geschnittene Eibenhecken in englischen Gärten zeugen davon. Sie bilden einen hervorragenden Hintergrund für Stauden mit kräftig bunten und leuchtenden Blüten.

Mein Tipp

Ich hätte dem Ex-Fußballstar Rotbuche (Fagus sylvatica) empfohlen. Sie ist unsere heimische Waldbuche, nicht zu verwechseln mit der Blutbuche, der rotlaubigen Gartenform der Rotbuche. Als Hecke bleibt ihr kupfer-braunes Herbstlaub bis in den April des kommenden Jahres haften und bietet rund ums Jahr Farbe und Sichtschutz. Auch eine Hecke mit dem guten alten Liguster hätte ihren Zweck erfüllt. Oder Ilex, das wäre doch mal etwas anderes.

Letztendlich

Muss es immer eine Hecke sein? Wie wäre es mit einem begrünten Zaun oder Spalier. Man bekommt heute mannshoch an Stäben gezogenen Efeu, der einen Zaun im Handumdrehen blickdicht bedeckt. Was will der Ex-Fußballstar da eigentlich noch mit seinen ollen Friedhofsthujen ...?

Besuchen Sie auch meine Homepage [www.gartenschreiber.de]

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WolframFranke

WolframFranke

Alter: 69 Jahre,
aus Vaterstetten
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