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Wolfram Franke - Mein Gartenbl...

Herausgeber der Zeitschrift kraut&rüben (87 Einträge)

Reisig Amsel im Nest Laubkompost
519 mal angesehen
05.11.2013, 10.41 Uhr

Garten-Wutbürger

Wunderbare Gartentage zu dieser Jahreszeit! Nach leichtem Nachtfrost sind die Bäume und Sträucher, die Stauden und das Wintergemüse morgens noch von Rauhreif bedeckt, der schwindet sobald sich die Sonne gegen den anfänglichen Nebel durchsetzt. Manche Rose zeigt noch stolz ihre letzten Blüten oder trägt leuchtend rote Hagebutten. Die Samen und Früchte der Gehölze sind das beste Winterfutter für die Vögel. Im Garten können wir ohne Stress noch Blumenzwiebeln pflanzen oder uns gestalterischen Arbeiten widmen. Sind das nicht wunderbare Gartentage?

Denkste!

Da wurde in meinem Wohnort kürzlich wieder einmal die „Gartenabfallsammlung“ angekündigt. Das muss man doch ausnutzen, das kommt so schnell nicht wieder! Nicht auszudenken, welche Folgen das hätte, diesen Service zu verpassen ...!

Buchstäblich über Nacht verwandeln sich friedliche Hobbygärtner in Garten-Wutbürger. Mit Heckenscheren, Laubsaugern, Kettensägen und manch anderem mörderischen Gerät ist ’s mit der Ruhe vorbei. Der Krieg gegen die eigenen Bäume und Sträucher hat begonnen! Da wird in den Büschen gewütet ohne Rücksicht auf Samen und Früchte für die Vögel ohne jegliches feinsinnige Empfinden für die herbstliche Farbenpracht von Baum und Strauch.

Was nach diesem Gehölz-Massaker in den Gärten zurückbleibt, erinnert an alle Bilder von zerstörten Städten und Dörfern nach einem Bombenangriff. Draußen vor den Gartenpforten türmen sich riesige Haufen von Ästen, Zweigen und Papiersäcken voller Laub, die dann eingesammelt und mit hohem Energieaufwand verhäckselt und kompostiert werden.

Dabei wäre dieser Gartenkrieg der Wutbürger durchaus zu vermeiden:

1. Ein starker Rückschnitt ruft immer einen starken Neuaustrieb hervor. Wer seine Gehölze jedoch nur alle ein bis drei Jahre auslichtet, braucht sich auch nicht mit allzu stark wuchernden Pflanzen herum zu schlagen.
2. Bitte nicht die Gehölze von oben und allen Seiten mit Heckeschere oder Kettensäge alles zusammenstutzen („Hausmeisterschnitt“), sondern einzelne ungünstig gewachsene oder herausragende Äste und Zweige an ihrer Basis ganz entfernen. Einem gut ausgelichteten und zugleich im Volumen reduzierten Gehölz sieht man nicht an, dass es jemals geschnitten wurde.
3. Gehölze mit Fruchtschmuck erst schneiden, wenn alle Früchte von den Vögeln gefressen oder abgefallen sind.
4. Statt elektrisch- oder motorbetriebener, lärmender Höllenmaschinen gibt es hervorragende Gehölzscheren und Astschneider mit Übersetzungen sowie Baumsägen, mit denen man mühelos und lärmfrei Gehölze schneiden kann.
5. Ein wenig klein geschnitten, kann man den Gehölzschnitt in einer abgelegenen Ecke des Gartens zu einem Haufen aufschichten. Dort ziehen Igel, Kröten und Molche den Winter über ein und im Frühjahr nistet der Zaunkönig in dem Geäst. Bis dahin ist der einstmals hohe Reisighaufen bereits bis auf die Hälfte seines Volumens zusammen gesackt.
6. Herbstlaub ist ein wunderbarer Wertstoff. Sammeln Sie die schönsten bunten Blätter mit ihren Kindern oder Enkelkindern. Daraus lassen sich wunderschöne Kollagen anfertigen, ein Hobby, an dem vielleicht nicht nur Kinder Freude haben. Den Rest lässt man unter den Gehölzen liegen, das tut dem Boden und zahllosen nützlichen Kleinlebewesen gut. Was dann noch übrig bleibt, lässt sich gesondert in einem Komposter aus Holz oder Metallgitter kompostieren. Trockenes feuchtet man lagenweise an, und zur besseren Verrottung gibt man einen Kompoststarter, Gesteinsmehl oder Hornmehl dazu. Lauberde eignet sich als Mulchmaterial und ist für den Boden ein guter Torfersatz. Der pH-Wert des Laubes liegt übrigens im neutralen Bereich, vor einer Versauerung des Bodens braucht sich also niemand zu fürchten.

In meinem Garten blüht die englische Rose ‘Heritage’ unermüdlich bis zu Weihnachten. Das Laub der Weinreben leuchtet goldgelb und rot. Purpurrot heben sich auch die Hagebutten von den Wildrosen ab, noch immer flattert ein Schmetterling um die Blüten der Minzen und der Winterjasmin blüht von den letzten Oktobertagen an bis in den April hinein. Geschnitten habe ich noch nichts ...

Einen Blick in meine beiden Gärten können Sie auf meiner Homepage ... werfen: [www.gartenschreiber.de]
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WolframFranke

WolframFranke

Alter: 69 Jahre,
aus Vaterstetten

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