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Wolfram Franke - Mein Gartenbl...

Herausgeber der Zeitschrift kraut&rüben (86 Einträge)

Samen in Gläsern Samen in Tintenfässern Samenbank mit Filmdosen
294 mal angesehen
07.01.2014, 13.30 Uhr

Meine kleine Samenbank

Als Gustl Mollath endlich aus der Psychiatrie entlassen wurde, hielt er eine Pflanze in der Hand, die er aus einem Orangenkern gezogen hatte. Sie wurde während der Gefangenschaft sein Begleiter, sein grüner Hoffnungsträger für ein Leben in Freiheit.

Wer hat dieses Experiment mit einem Apfelsinenkern nicht auch schon gemacht und sich über Jahre gefreut, wenn daraus eine Pflanze herangewachsen ist.
Meine Pflanzen, vor allem das Gemüse, vermehre ich schon lange zu einem großen Teil auf diese Weise. Ich ernte zum Beispiel eine Tomate, schneide sie in der Mitte durch, hole den Samen heraus, trockne ihn und bewahre ihn für die Aussaat im nächsten Frühjahr aus. Bei meinen Teltower Rübchen verzichte ich auf die Ernte von drei bis fünf der kräftigsten Rüben. Sie blühen im Juni und setzen reichlich Samen an, den ich im August wieder aussäen kann. Das alles macht Spaß und bietet immer wieder neue Erfolgserlebnisse im Garten.

Allerdings funktioniert die sortenechte Vermehrung nicht bei F1-Hybriden. Würde man von denen Samen abnehmen und aussäen, kämen nicht sicher Pflanzen der gewünschten Sorte heraus. Der Haken an den F1-Hybriden: Nimmt die Saatgutfirma eine solche Sorte, die uns Gartenfreunden lieb und teuer geworden ist, aus dem Handel, ist sie für uns unwiederbringlich verloren. F1-Hybriden erkennen Sie an dem Aufdruck auf der Samentüte. Zum Glück gibt es im Handel noch viele Sorten, die nicht dazu gehören.

Gentechnisch verändertes Saatgut ist zum Glück bei uns nicht im Handel. Noch nicht! Doch können wir sicher sein, ob es nicht doch durch die Hintertür eingeschmuggelt wird? – In solche Pflanzen wurde ein völlig artfremdes Gen eingekreuzt. Das dient nicht immer dem Pflanzenschutz, wie oft behauptet, sondern perverserweise der Resistenz gegen Pestizide, die von der gleichen Firma hergestellt werden wie das Gen-Saatgut. Ansonsten dient die grüne Gentechnologie ausschließlich kommerziellen Zwecken – und der Macht international agierender Konzerne wie Monsanto.

Dabei werden Sie im Samenfachhandel keine Tüte finden, auf der der Name dieses Konzerns steht. Doch die großen Saatgutfirmen hierzulande sind schon lange nicht mehr autark, sondern international verflochten, und wie viele Fäden Monsanto bereits zieht, ist nicht bekannt. Patente auf Pflanzen, die den Schutz der Gesetzgeber genießen, schränken den Handel nicht patentierter Sorten immer mehr ein und stärken somit die großen Konzerne. Die bestimmen dann auf diese Weise, was wir essen dürfen und erlangen Macht über uns.

In erster Linie weil es mich interessiert und weil es mir Freude macht, vermehre ich viele meiner Gartenpflanzen selber durch Samen und habe mir so eine Minisamenbank angelegt. Zum Glück bin ich nicht der einzige. Es gibt viele, die dies in viel größerem Umfang betreiben und ihre Sorten teilweise sogar verkaufen. Von manchen Arten, z. B. Tomaten gibt es Hunderte alter Sorten, die sich leicht vermehren lassen und oft wertvoller sind, als F1-Hybriden. Bezugsquellen dafür können Sie von kraut&rüben bekommen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für dieses neue Gartenjahr, dass ihre Saat aufgeht und sich erfolgreich weiter verbreitet. – Als viele Zeichen der Hoffnung!

[www.gartenschreiber.de]

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WolframFranke

WolframFranke

Alter: 69 Jahre,
aus Vaterstetten
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