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Mein Alpinum in Dixenhausen Das war Knochenarbeit
234 mal angesehen
31.01.2014, 12.17 Uhr

Ein harter Brocken , dieser Steingarten

Ja, so ein Steingarten war immer mein Traum. In all meinen Gartenzimmern tummeln sich herrliche, köstliche und duftende Pflanzen, allerdings nur jene, die mit meinem fetten, schweren Lehm zurecht kommen.
Aber eine Sammlerseele wie ich, vermisste dann doch all jene, zarten Gewächse, die auf reichlich Nährstoffe nicht angewiesen sind; besser gesagt, die fetten, schwarzen Humus hassen.

Und davon gibt es eine Menge. Ich rede von der alpinen Flora.
Hier ist Düngen fehl am Platze.
Wie kann man aber in einer lehmigen Wiese ein Alpinum anlegen?

Eigentlich in Mittelfranken garnicht. Solche Pflanzenschätze, die Wildvorkommen, findet man in einer Höhe von über 2 000 Metern.
Dixenhausen liegt aber nur bei ca. 500 Metern über NN.

Also muss ich testen, ob sich meine Pflanzen auch mit einem Kompromiss zufrieden geben: ganz viel Gestein, wenig Nährstoffe und gute Drainage
und nur etwas weniger Höhenluft, ob das geht?

Dafür haben wir zunächst ein Areal von etwa 100qm trocken gelegt, 50cm Erdreich abgehoben, Rohre verlegt und geschottert. Anschließend kam ein LKW nach dem anderen und lieferte Steine, Felsbrocken bis zu 1Meter Durchmesser.

Mutig war ich schon immer, aber hab ich mich mit 1m Durchmesser nicht etwas übernommen
Das geplante Alpinum war immerhin 50 Meter vom Gartentor entfernt. Nur bis zum Tor wurde das Gestein angeliefert.

Einen Minibagger besitze ich ja, aber auch das Teil war dann bei den großen Brocken völlig überfordert. Gut dass man nette Nachbarn hat, die dann im Notfall einspringen können, mit etwas größerem Gerät, versteht sich.
Auf dem Land funktioniert das noch

Als dann, mit Hilfe einiger starker Männer, das Grundgerüst angehäuft war, machte ich mich an den Feinschliff. Ich spüre heute noch, zehn Jahre danach, meinen Rücken.
Als dann endlich alle Brocken eingearbeitet und die großen Steine etwas mit etwas Vorabsiebung stabilisiert waren, stand ich ganz stolz vor meinem riesigen Steinhaufen. Und jetzt...???

Gut, dass ich im Winter genügend Zeit zum Lesen hatte. Ein Buch faszinierte mich ganz besonders. Karl Foerster hatte es einmal geschrieben: "Der Steingarten der sieben Jahreszeiten"

Er hatte Pflanzen zusammengestellt, mit denen es möglich wäre, ein Alpinum über die gesamte Gartensaison blühen zu lassen, und das in ständig wechselnder Farbfolge.

Die Pflanzenwahl richtet sich natürlich nach dem Gestein.

Mein verwendetes Gestein ist alkalisch, ein Kalksandstein, der so genannte "Treuchtlinger Marmor"
Die Wahl der Pflanzen war somit geklärt. Ich musste mich nur an seine Pflanzliste halten.

Im Internet fand ich das entsprechende Saatgut und die ersten 1400 selbst gezogenen Pflanzen setzte ich im Herbst vor 10 Jahren in mein kleines Alpinum.
Drei Jahre später blühte es alle vier Wochen in einer anderen Farbe. Die Pflanzen begannen zusammen zu wachsen, die einen mehr, die anderen weniger.

Das Zusammenspiel dieser Gewächse spiegelt die lebendige Natur wieder. Jedes Jahr blüht es ein wenig anders. Es bleibt spannend.

Nur bewundern und genießen geht allerdings nicht. Wer glaubt, in einem Alpinum gäbe es keinen Löwenzahn oder andere ungeliebte Wildkräuter, der wird sich wundern, was alles in einem Steinhaufen wachsen kann.

Auch hier muss spätestens nach zwei Jahren kräftig Hand angelegt werden. Angefangen von Bäumen, die wild hier auflaufen bis hin zu Begleitgrün jeglicher Art, muss Wurzel für Wurzel umständlich ausgebuddelt werden.
Noch nie habe ich so lange, gewundene Wurzeln gesehen.

Aber der Aufwand lohnt sich.
Besonders die heilenden Kräuter wie Salbei, Thymian und Lavendel duften in diesem steinigen Substrat besonders intensiv, sind gehaltvoll in ihren Inhaltsstoffen und wertvoll für die Gesundheit.

Meine wertvollste Pflanze ist zur Zeit der "Griechische Bergtee". Er ist in den Bergregionen Griechenlands zu Hause. In meinem Lehmboden hat er sich nie richtig entwickelt. Hier im Alpinum vermehrt er sich prächtig und liefert mir den besten Tee, den ich je angebaut habe.

Eigens für diesen Tee werde ich in diesem Frühjahr mein Alpinum noch einmal erweitern

Meine ersten Blüten bewundere ich im Frühling in Pastellfarben: Steinbrechgewächse, Aubretien, Gänsekressen und Mannschildsorten.

Die Farbe Gelb bringen mir Primeln, Goldglöckchen, Berg-Steinkraut, Gemswurz, erste Schwertlilien, Fetthennen, Mittagsblumen und Harbichtskraut.

Die blauen Töne liefern mir Helmkraut, hellblauer Ehrenpreis, Enziane und Glockenblumen

Für die Farbe Weiß sorgen Hungerblümchen, Feder-Nelken, Schafgarbe, Binsenlilien
gefolgt von roten Blüten des Rosen-Waldmeister, Fingerkraut, Nelkenwurz, Grasnelken, Gebirgsnelken und einem besonderen roten Natternkopf.

Die Liste ist absolut unvollständig, aber es sind meine ersten Pflanzen mit Geling-Garantie gewesen.


Lieben Gruß
und tolle Gartenideen wünscht Euch

Barbara Krasemann
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Geschrieben von

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BarbaraKrasemann

BarbaraKrasemann

Alter: 65 Jahre,
aus Thalmässing OT Dixenhausen

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Kommentare

03.02.2014 16:51 maulwurf
Ein HAMMER - Bericht,
ich wünschte, ich wäre dabei gewesen..........
Reeeeeeeschpeckt.............
05.02.2014 11:34 BarbaraKrasemann
[quote]maulwurf schrieb:
...dann wären Deine Arme heute noch 1 Zentimeter länger "ggg" und das alpinum noch eine Spur schöner
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