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Holz und Naturstein im Garten

eigene Holz-, Metall- und Steinarbeiten (215 Einträge)

Velpker Sandstein
200 mal angesehen
06.04.2014, 16.09 Uhr

Mustergarten (Teil 2)


Frauenpower

Vor zwanzig Jahren etwa, während meiner Selbständigkeit,
hatte ich die Gelegenheit, aus Velpker Sandstein hauptsächlich,
einen Mustergarten zu gestalten.
Das sollten auch Vorbereitungen sein für geplante
Konfektionierungen später im Steinbruch, auf Kundenwünsche
abgestimmt.
Damals hatte eine Bekannte Interesse bekundet, mal bei mir in
der Firma ein "Schnupperpraktikum" zu machen, um den
Beruf kennenzulernen.
Ich bin zuvor und danach niemandem mehr begegnet, der
nach kaum einer Stunde Erklärung und Übung so perfekt und
virtuos mit Fäustel, Spalteisen und Setzeisen umgehen konnte,
wie diese junge Frau.

Körperkraft und rohe Gewalt helfen bei dieser Arbeit wenig,
gefragt sind tiefes Verständnis des Materials und seine
Reaktion auf Krafteinwirkung und natürlich zwei geschickte
Hände. Hilfreich ist auch die Anwendung des Naturgesetzes
von der "Trägheit der Masse". Viele nutzen es, ohne den
Wortlaut zu kennen, beim Aufstielen einer Schaufel etwa,
man steckt die Schaufel lose auf das untere Stielende und
schlägt dann mit einem Hammer auf das obere Stielende
ohne das Schaufelblatt unten aufzustützen, und treibt so
den Stiel in die Öse der Schaufel.
So läßt sich auch ein Tischtuch mit einem Ruck unter einem
gedeckten Tisch herausziehen, ohne dass etwas herunterfällt.
Das Tischtuch sollte aber keinen Saum haben am
durchzuziehenden Ende.
Oder der Maurer, wo sieht man heutzutage noch Maurer auf
diese Weise arbeiten, der hält einen Ziegel in der Hand und
schlägt ihn sich mit einem Maurerhammer zurecht, halbiert
ihn oder schlägt ein "Quartierstück" ab.
Benutzt er einen "Berliner Maurerhammer", dann schlägt
er das ihm zugewandte Stück des Ziegels ab.
Benutzt er einen "Rheinischen Maurerhammer", dann schlägt
er das von ihm abgewandte Stück ab.
Ich selbst benutze lieber den "Rheinischen Maurerhammer".

Mein Großvater hat immer gesagt beim Steinespalten, da ging
es allerdings um Findlinge, den Stein must du entzwei
SCHAUEN, nicht entzwei HAUEN.
Die Frau konnte das, auf Anhieb.
Das Bild zeigt gerade den Bereich der Sandsteinarbeiten dort,
bei dem die meisten Steine sie bearbeitet hat.
Manchmal zweifele ich an meiner Fähigkeit, Dinge so zu erklären,
Tätigkeiten so zu beschreiben, dass sie auch von Neu- oder
Quereinsteigern verstanden werden, aber solche Beispiele
nehmen mir diese Zweifel.
Leider hat sie, hoch talentiert, den Beruf nicht gewählt, weil
er ihr körperlich zu schwer erschien.

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Kommentare

09.04.2014 10:38 barnstree
Der Velpker Steinbruch ist mir bekannt. Am Rande des Geländes habe ich schöne Feuersteine gefunden.
09.04.2014 17:06 maulwurf
barnstree schrieb:
Der Velpker Steinbruch ist mir bekannt. Am Rande des Geländes habe ich schöne Feuersteine gefunden.


Der Sandstein aus Velpke ist auch insofern
interessant, als dass er zu den härtesten
Sandsteinen Europas gehört.
Nicht jeder Sandstein ist so hart, dass man ihn
polieren kann, Velpker Sandstein aus bestimmten
Lagen ist polierbar...............
09.04.2014 18:22 barnstree
maulwurf schrieb:

Der Sandstein aus Velpke ist auch insofern
interessant, als dass er zu den härtesten
Sandsteinen Europas gehört.
Nicht jeder Sandstein ist so hart, dass man ihn
polieren kann, Velpker Sandstein aus bestimmten
Lagen ist polierbar...............


...und extrem hitzebeständig(bis +3000C°).
Der Hartsandsteinbruch ist eingebettet in eine reizvolle Grundmoränenlandschaft. Am Rande des Geländes sieht man noch deutlich die Schleifspuren der eiszeitlichen Gletscher.
Zuletzt wurde der Steinbruch nur noch zur Sandgewinnung ausgebeutet. Ab 2009 ruht jegliche Arbeit im und am Steinbruch. Die Natur erobert sich das Gelände mit Pioniergehölzen wieder zurück und die Tiere haben wieder einen ungestörten Lebensraum.
09.04.2014 18:39 maulwurf
barnstree schrieb:
...und extrem hitzebeständig(bis +3000C°).
Der Hartsandsteinbruch ist eingebettet in eine reizvolle Grundmoränenlandschaft. Am Rande des Geländes sieht man noch deutlich die Schleifspuren der eiszeitlichen Gletscher.
Zuletzt wurde der Steinbruch nur noch zur Sandgewinnung ausgebeutet. Ab 2009 ruht jegliche Arbeit im und am Steinbruch. Die Natur erobert sich das Gelände mit Pioniergehölzen wieder zurück und die Tiere haben wieder einen ungestörten Lebensraum.


Auch den Mustergarten in Velten gibt es nicht
mehr, ist dem Straßenbau zum Opfer gefallen.
Nach dem Mitte der 90er Jahre die
"Papenburg"- Gruppe sich in den Steinbruch
eingekauft hatte, für die ich auch diesen
Mustergarten errichtete, stieg der Absatz
noch einmal rasant an, vielleicht haben ja
die Vorbesitzer beim Verkauf gewußt, dass
da nicht mehr viel zu holen ist................
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