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Wolfram Franke - Mein Gartenbl...

Herausgeber der Zeitschrift kraut&rüben (87 Einträge)

Gentechnik, F1 oder samenfest? Gentechnik, F1 oder samenfest? Gentechnik, F1 oder samenfest?
218 mal angesehen
27.08.2014, 13.21 Uhr

Gentechnik, F1 oder samenfest?

Die Grüne Gentechnik ist in aller Munde. Aus den Medien kennt man Bt-Mais und die Kartoffelsorte ‘Amphlora’. Beide sind gentechnisch veränderte Sorten. Die Risiken und Unwägbarkeiten der Gentechnik sind nicht absehbar, das verursacht bei Gartenfreunden oft Verwirrung. Ist das Saatgut, das wir aus dem Samenhandel bekommen auch schon gentechnisch verändert? Sind F1-Hybriden nicht auch Gen-Pflanzen?

Um diese Fragen zu klären, sollten wir uns einmal damit befassen, wie Züchtung von Saatgut funktioniert. Da gibt es zur Zeit drei Wege:

1. Selektion: Hier werden aus einer großen Menge gleicher Pflanzenart die Besten ausgewählt und deren Samen über mehrere Pflanzengenerationen so lange wieder ausgesät, bis die Nachkommen sicher und unverändert die gewünschten Merkmale und Eigenschaften aufweisen. Diese Sorten bezeichnet man als samenfest. Man kann von ihnen ohne weiteres Samen abnehmen und wieder aussäen und bekommt sicher Pflanzen dieser Sorte.
2. Züchtung von F1-Hybriden: Züchter wollen zum Beispiel aus einer rot blühenden und einer weiß blühenden Blume gleicher Art eine rosa blühende Sorte zu züchten. Um das Erbgut der Elternsorten zu festigen, kreuzen sie zunächst jede der beiden Sorten mit sich selbst, sie bauen also Inzuchtlinien auf, bis sich die Sortenmerkmale nicht mehr verändern. Dann kreuzen sie die rote mit der weißen Sorte, und es entsteht eine rosa blühende Sorte – eine F1-Hybride. Nimmt man jedoch von dieser ersten Tochtergeneration wieder Samen ab, bringen die Pflanzen nicht mehr einheitlich die Merkmale der gewünschten Sorte, in unserem Beispiel rosa Blüten, hervor. Der Vorteil der F1-Hybriden besteht in manchen guten Züchtungen krankheitsresistenter Sorten. Der Nachteil darin, dass auf diesem Weg mitunter auch unsinnige Züchtungen mit übertrieben großen Blüten oder Früchten hervorgegangen sind, vor allem aber, dass man die Sorten nicht selber auf generativem Weg vermehren und somit erhalten kann. In der Praxis nimmt die Saatgutindustrie eine F1-Hybrid-Sorte aus dem Handel, ist sie für Gartenfreunde unwiederbringlich verloren.
3. Grüne Gentechnologie: Im Gespräch ist vor allem der Bt-Mais. Bt steht für für Bazillus thuringiensis. Dieser Bazillus ist in biologischen Insektiziden enthalten und im Bio-Land- und Gartenbau zugelassen. Der Gärtner hat es in der Hand, dieses Mittel gezielt, umwelt- und nützlingsschonend einzusetzen. Der Mais verändert sich dadurch nicht. Lediglich der Maiszünsler wird getroffen. In der Gentechnologie dagegen wird dem Bazillus thuringiensis ein Gen entnommen und in den Mais eingefügt. Fortan ist dieses Gen in allen Teilen der Maispflanzen enthalten. Damit nimmt der Mais auch die Eigenschaften des Bazillus thuringiensis an, nämlich die, Insekten zu töten. Gentechnisch verändertes Saatgut ist in Deutschland nicht zugelassen.

Brauchen wir das? – Ich meine: Nein. Die Vielfalt alter, samenfester Sorten ist so groß, dass wir zudem auf die meisten F1-Hybriden verzichten können. Fachleute und Hobbygärtner, Intiativen und ökologisch arbeitenden Saatgutbetriebe haben dafür gesorgt, dass die guten alten, samenfesten Sorten wieder zu haben sind. Sie können diese Pflanzen selber weiter vermehren. Bezugsquellen bekommen Sie bei kraut&rüben.

In meinem Vortrag „Ein Garten ist keine Insel“ auf der Illertisser Gartenlust am 6. und 7 September gehe ich unter anderem auch auf dieses Thema ein.

Siehe auch [www.gaissmayer.de] sowie [www.gartenschreiber.de]
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WolframFranke

WolframFranke

Alter: 69 Jahre,
aus Vaterstetten
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Kommentare

06.09.2014 13:14 FrankNFoode
Wie kommt man auf den Vergleich alte Sorten und gentechnische Events? Es handelt sich bei Bt-Mais nicht um eine Sorte, sondern um einen Event. Dieses ließe sich auch in alten Sorten nutzen. Der Vergleich hinkt. Insektizide wie Bt lassen sich nicht nützlingsschonend Ausbringen, es werden immer nichtziel-Insekten mit betroffen sein, Bt-Gerne in der Pflanze dagegen werden von den Schädlingen aufgenommen, die die Pflanzen befallen, ein Laufkäfer im Mais bekommt also kein Bt ab.
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