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Elisabeth Melzers Blog (89 Einträge)

Gedeckter Apfelkuchen Apple Pie Apfel-Gewürzkuchen mit Nüssen
416 mal angesehen
18.11.2014, 13.07 Uhr

Apfelkuchen und Backkultur


Bei einer Buch-Präsentation zum Thema ‘Amerikanisch Backen’ traf sich ein Trüppchen von Frauen, überwiegend junge aus den Koch-Redaktionen der Münchner Zeitschriften, zwei ältere Semester, ein Moderator und die in Deutschland lebende amerikanische Autorin. Unsere Gastgeberin hatte schon fleißig gebacken und den Teig für einen Apple Pie vorbereitet. Wer diesen fertigstellen wolle, wurden wir gefragt. Betretenes Schweigen. Dann meldeten wir beiden älteren Semester uns und banden uns die Küchenschürzen um.

Nachdem wir den Teig ausgerollt, ihn in kleine Förmchen gelegt, die vorbereitete Apfelmasse darauf gehäuft und Teig darüber drapiert hatten, bemerkten Autorin und Moderator anerkennend, dass wir wohl nicht zum ersten Mal Apple Pie zubereiten würden. Eigentlich schon, antworteten wir einvernehmlich, aber schon oft genug gedeckten Apfelkuchen.

Später saßen wir bei Kaffee, Muffins, Torte und Apple Pie zusammen und erfuhren Interessantes über die quirlige Autorin. Sie war Tänzerin, aber weil sie mal etwas anderes machen wollte, eröffnete sie eine Kaffee-Rösterei und begann mit dem Backen. Sie wusste, dass ihr jedes Projekt gelingen würde, musste sich nur für eine der vielen Ideen entscheiden. Sie wurde Bäckerin, schrieb Bücher, eröffnete ein Café, gründete nebenbei eine sechsköpfige Familie.

Ob es in Amerika denn eine Backkultur gäbe, wollte die Endfünfzigerin an meiner Seite wissen, und die Autorin versicherte: Selbstverständlich und überhaupt sei die amerikanische Back- und Esskultur großartig. Der junge Moderator hing ihr an den Lippen und fragte, wie das vor 20 Jahren war, als sie nach Deutschland kam und es hierzulande noch keine Muffins und keinen Apple Pie gab. Ja, das sei eine Wüste gewesen, niemand kannte die feinen Kreationen aus Amerika, aber langsam würden Cakes, Pancakes und Cupcakes ja Fuß fassen. „Sie darf vor 15 deutschen Hausfrauen unwidersprochen kundtun, dass sie uns die Backkultur gebracht hat“, raunte meine Nachbarin, und ich nickte lachend. Ein gelungenes Beispiel für ‘Amerikanisches Selbstbewußtsein versus deutsche Zurückhaltung’, das fanden wir beide.

Der Apple Pie – die deutsch-amerikanische Co-Produktion – hat fein geschmeckt, ich habe ein paar neue Küchen-Kniffe gelernt und ein schönes Buch geschenkt bekommen. Und ganz nebenbei ist die Erkenntnis gereift: Backen können wir hierzulande schon lange und Apfelkuchen backen auf so eine vielfältige Weise, dass sich jeder Amerikaner und jede Amerikanerin gerne ein Stück davon abschneiden darf.

Viel Spaß beim Apfelkuchen backen!


Apple Pie

Zutaten für eine Tarte (24 cm) oder 8 kleine Tarteletts:
Teig: 250 g kalte Butter, 375 g Weizen- oder Dinkelmehl, 2 EL Zucker, ½ TL Salz,
4 große Äpfel, 2 EL Mehl, 50–60 g Zucker, 1 TL Zitronensaft

• Für einen leichten und blättrigen Teig die Butter in kleine Stücke schneiden und ins Gefrierfach legen, während die anderen Zutaten vorbereitet werden.
• Mehl, Zucker und Salz mischen. Mit den Fingerspitzen das kalte Fett einarbeiten, bis das Ganze grob krümelig ist.
• 1 Ei verquirlen, zum Teig zugeben und alles durchmischen.
• Den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und schnell zu einer Platte formen, damit das Fett nicht zu weich wird. In Klarsichtfolie gewickelt 2 Stunden in den Kühlschrank legen. Der Teig lässt sich auch eingefrieren und aufheben.
• Äpfel schälen, entkernen, in Scheibchen schneiden, mit Mehl, Zucker und Zitronensaft mischen.
• Backform einfetten, Backofen auf 200 °C vorheizen.
• Teig halbieren, eine Hälfte in den Kühlschrank legen. Die zweite Hälfte auf einer bemehlten Arbeitsfläche 2–3 mm dick ausrollen.
• Ausgerollten Teig in die Springform legen und an den Seiten etwas hochdrücken bzw. wenn Pie-Form vorhanden 5 mm Überhang lassen, Rest abschneiden.
• Apfelmasse auf den Teig geben, die Form sollte gefüllt sein, weil die Früchte noch schrumpeln.
• Die andere Teighälfte 2–3 mm dick ausrollen und über die Füllung legen. Überhang abschneiden und die Ränder aufeinander pressen. Schlitze in den Teig schneiden, durch die der Dampf entweichen kann.
• Variationen: Den Teig in 2 cm breite Streifen schneiden und damit ein Gitter über die Füllung legen ...
• ... oder Figuren (Herzen, Sterne) ausstechen und nebeneinander auf die Fülle legen.
• 1 Ei mit etwas Wasser verquirlen, Teigdecke damit bestreichen und 15 Minuten bei 200 °C backen, dann auf 185 °C reduzieren und noch 20 Minuten goldbraun backen.
• Apple Pie mit Butterbrotpapier oder Alufolie abdecken, sollte er zu dunkel werden.
• Bei den kleinen Tarteletts ebenso verfahren, sie sind evtl. einige Minuten schneller fertiggebacken.

Feiner gedeckter Apfelkuchen vom Blech

Mürbeteig: 350 g Mehl, 1 Sahne-Puddingpulver, 125 g Zucker, 125 g geriebene Mandeln, 250 g Butter, 2 Eier, 1 Messerspitze Salz, ½ Fläschchen Rum-Aroma
Füllung: 1 kg säuerliche Äpfel (Boskoop, Elstar), 150–200 g Rosinen, 3 EL gehackte Mandeln (oder Walnüsse), 2 Päckchen Vanillezucker, 1 Fläschchen Rum-Aroma,
2–3 EL Zitronensaft
2 Eigelbe zum Bestreichen
Guss: 100 g Puderzucker, 1 Fläschchen Rum-Aroma


• Die kalten Zutaten mit der Butter in kleinen Stücken zu einem Mürbeteig verkneten, in Klarsichtfolie wickeln und 1 Stunde in den Kühlschrank legen.
• Äpfel schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen, in kleine Scheibchen schneiden oder hobeln und mit den Geschmackszutaten mischen.
• Mit dem Nudelholz und etwas Streumehl (und Backpapier) 2 Teigblätter entsprechend der Größe des Blechs ausrollen.
• Backblech mit Pergament (Backzuschnitt) auslegen, eine Teigplatte darauflegen, Rand etwas hochdrücken, Teig mit der Gabel mehrmals einstechen.
• Apfelfülle auf der Teigplatte verteilen, Rand von 2 cm lassen, diesen mit verquirltem Eigelb bestreichen, die zweite Teigplatte darauf legen und Rand gut andrücken, die Decke mit Eigelb bestreichen.
• Bei 175–180 °C 40–45 Minuten backen.
• Puderzucker mit Rum (oder Zitronensaft) und etwas Wasser anrühren und den
Kuchen damit bepinseln.
• Tipp: Ich backe fast ausschließlich mit frisch gemahlenem Dinkel, siebe beim Mürbeteig jedoch etwas Kleie aus, damit sich der Teig später gut verarbeiten lässt. Die Kleie verwende ich als Streumehl zum Ausstreuen der Form, zum Ausrollen des Teiges oder zum Aufsaugen von zuviel Flüssigkeit bei der Apfelfülle.

Apfel-Gewürzkuchen mit Nüssen

Zutaten für eine Springform von 26 cm:
Rührteig: 100 g Butter, 60 g Honig, 2 Eier, 180 g fein gemahlener Weizen, 70 g Haselnüsse, ½ TL abgeriebene Zitronenschale, 1 TL Zimt, ½ TL gemahlene Nelken, je ¼ TL gemahlener Piment und Sternanis, 1 TL Backpulver, 50–100 ml Orangensaft
Belag: 5 säuerliche Äpfel (750 g), 2 EL Zitronensaft, 30 g gehobelte Haselnüsse,
1 EL Butter

• Eier trennen, Butter, Honig, Eigelb schaumig rühren.
• Äpfel schälen, vierteln, Apfelviertel auf der gerundeten Seite längs mehrmals einschneiden.
• Zitronensaft mit gleicher Menge an Wasser mischen und Äpfel damit bestreichen, damit sie nicht braun werden.
• Eiweiß steif schlagen.
• Mehl, Haselnüsse, Zitronenschale und Gewürze mit dem gesiebten Backpulver vermischen und unter die Schaummasse heben, etwas Orangensaft unterrühren.
• Eiweiß unter den Teig ziehen, eventuell noch Orangensaft zugeben, bis der Teig geschmeidig ist, diesen in die gefettete Form füllen und glattstreichen.
• Teig rundum mit den Apfelvierteln belegen, Haselnuss-Blättchen darüberstreuen, Kuchen mit weicher Butter bepinseln und bei 175 °C 50 Minuten backen.
• Mit etwas Vanillezucker halbsteif geschlagene Sahne zum Kuchen servieren.
• Statt der einzelnen Gewürze können Sie auch 2 TL Lebkuchengewürz zufügen.
• Wenn Sie 1 kg Äpfel verwenden, diese in Spalten schneiden und den Teig dicht damit belegen, schmeckt der Kuchen noch fruchtiger.

Apfelkuchen mit Rahmguss

Mürbeteig: 150 g Mehl, ½ TL Backpulver, 50 g Zucker, 100 g Butter, 1 Eigelb,
1 Prise Salz
Belag: 4–5 säuerliche Äpfel (750 g), 2 EL Rosinen, 2–3 EL Rum, 40 g Mandelstifte
Rahmguss: 2 Eier, 70 g Zucker, 1 Becher Saure Sahne (200–250 ml)


• Aus Mehl, Backpulver, Zucker, Eigelb und kalter Butter in Stücken einen Mürbeteig kneten, in Klarsichtfolie wickeln und 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.
• Äpfel schälen, vierteln und mit Zitronensaft und Wasser in eine Schüssel legen, damit sie sich nicht braun verfärben. Rosinen in Rum einweichen.
• 2/3 des Teiges auf bemehlter Fläche ausrollen und in die Springform legen, aus dem restlichen Teig 2–3 cm Rand formen.
• Äpfel der Länge nach einritzen, abtropfen lassen, rundum auf den Teigboden legen, abgetropfte Rosinen und Mandelstifte darüberstreuen, bei 200 °C 20 Minuten vorbacken.
• In der Zwischenzeit die Eier für den Rahmguss trennen, Eischnee steif schlagen.
• Eigelbe mit Zucker schaumig rühren, Saure Sahne und Eischnee unterheben und über die Äpfel streichen. Noch weitere 20 Minuten fertigbacken.



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ElisabethMelzer

ElisabethMelzer

Alter: 62 Jahre,
aus München
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Kommentare

18.11.2014 21:02 torte7
Apfelkuchen mit Rahmguss Lecker! Den möchte ich auch gerne mal wieder essen. Nur leider mag das ausser mir keiner
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