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Wolfram Franke - Mein Gartenbl...

Herausgeber der Zeitschrift kraut&rüben (83 Einträge)

Winterrettich Winterrettich Winterrettich
336 mal angesehen
16.01.2015, 14.43 Uhr

Herzhaftes auf die Butterstulle

Auf die Sämlinge von Rettich und Radieschen muss ich ganz besonders aufpassen. Die Schnecken sind ganz heiß darauf. Weiß der Teufel, wo sie trotz Schneckenzaun immer herkommen.
Diesmal habe ich gut aufgepasst, und die Winterrettiche sind mir so gut gelungen wie noch nie. Dieses Mal habe ich ihn Mitte August zwischen den Reihen der frisch gepflanzten Erdbeersetzlinge ausgesät, mit einem Reihenabstand von 25 Zentimetern zu beiden Seiten. Die Sorte heißt ‘Wiener Runder Kohlschwarzer’ (Reinsaat), eine samenfeste Biosorte.

Rettich gehört zu den Mittelzehrern. Man sollte ihn nie auf frisch gedüngtem Boden, sondern immer in zweiter Tracht aussäen. Die jungen Erdbeeren brauchten natürlich einen Vorratsdünger um als gut angewachsene, kräftige Pflanzen in den Winter zu gehen. Ich versorgte ihre Reihen gesondert mit Hornspänen. Die Zwischenräume düngte ich nicht. Dort säte ich den Winterrettich aus. Radieschen und Rettich müssen rechtzeitig verzogen werden. Sonst schießen sie ins Kraut und blühen sehr schnell. So verzog ich die Sämlinge vorerst auf zwei Zentimeter, später auf 20 Zentimeter Abstand.

Gegen Schnecken legte ich zwischen den Reihen morsche Brettstückchen aus, die ich jeden Tag kontrollierte und die Schnecken absammelte. Ein gutes Mittel, Schnecken von Sämlingen und auch älteren Pflanzen abzuhalten, ist Gesteinsmehl. Man streut es am besten morgens, wenn die Pflänzchen noch taunass sind, oder nach einem Regen ganz dünn auf die Blätter. So bleibt es dort besser und länger haften. Dieses Steinmehl hält auch den Erdfloh ab, der sich ebenfalls gern auf Rettiche stürzt. Leider hilft es nur so lange es nicht regnet. Doch bei meinen Rettichen hat diese Methode gewirkt.
Die Rettiche wuchsen zu prächtigen Exemplaren heran. Ende Oktober erntete ich den ersten. In der Folgezeit nahm ich hier und dort einen heraus, immer darauf bedacht, mit der Ernte Platz für die anderen zu schaffen. Denn die Rettiche fingen an, sich gegenseitig zu bedrängen. Und sie wuchsen ja noch bis zum Winterbeginn weiter.

Im vergangenen Herbst ließen die wirklich starken Fröste auf sich warten. Und ich zögerte die Ernte so weit wie möglich hinaus. Denn es gab ja noch genügend anderes im Gemüsegarten zu ernten. Dann, Anfang Dezember wurde es mir zu brenzlig. Ein paar leichte Fröste hatten die Rettiche schadlos überstanden, aber nun wollte ich nichts mehr riskieren. Ich zog die restlichen heraus, schnitt ihre Blätter ab und schlug sie in meinem unbeheizten Erdgewächshaus zwischen Lorbeer und Rosmarin in die Erde ein. Davon zehre ich heute noch, und wie ich die Sache sehe, auch noch im nächsten Monat. Von Zeit zu Zeit hole ich einen in die Küche.

Dieser Rettich ist außen fast schwarz und innen fast weiß. Das Fleisch ist fest und richtig scharf, so wie es sich für einen Rettich gehört. Eine gehörige Gabe Salz wandelt die Schärfe in eine herzhafte Würze um. Ein bisschen Petersilie, natürlich auch aus dem Erdgewächshaus, und ein paar Blättchen vom Strauchbasilikum, das auf unserer Fensterbank überwintert, reichern ihn noch weiter aromatisch an. Ich schneide den Rettich abends in Scheiben, die ich auf die Butterstulle lege. Dazu gehört ein Glas Bier – ich trinke am liebsten Schwarzbier, das passt zum schwarzen Rettich ...

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WolframFranke

WolframFranke

Alter: 68 Jahre,
aus Vaterstetten
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