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Wolfram Franke - Mein Gartenbl...

Herausgeber der Zeitschrift kraut&rüben (87 Einträge)

Torf – was soll ich damit? Torf – was soll ich damit? Torf – was soll ich damit?
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21.02.2015, 12.01 Uhr

Torf – was soll ich damit?

Während meiner Lehrzeit, Ende der 1960er und der Zeit als junger Gärtner danach konnte ich mir noch nicht vorstellen, ohne Torf zu gärtnern. Torf wurde im Garten- und Landschaftsbau verschwenderisch auf Beeten verstreut, in Pflanzlöcher geschaufelt und als Torfkultursubstrat (TKS1und 2) zum Teil pur verwendet.
Erst als ich erfuhr, wie viel seit Jahrtausenden gewachsene Substanz und welch einmalige reichhaltige Flora und Fauna in den Mooren durch den Torfabbau zerstört wurden, begann ich zunächst versuchsweise zumindest mit weniger Torf auszukommen. Inzwischen verwende ich seit mehr als 30 Jahren keinen Torf mehr.
In Deutschland ist der größte Teil der Moorflächen in Ackerland umgewandelt und durch den Abbau von Torf bereits geplündert worden. Die Torfindustrie präsentiert stolz, wie sie die die einstigen Moorflächen nach dem Torfabbau wieder vernässt. Und tatsächlich: auf einer dünnen Restschicht wachsen wieder Torfmoos, Sonnentau und manche anderen Pflanzen. Doch der Schein trügt. Nichts, was in der Natur einmal zerstört worden ist, kann jemals wieder so rekonstruiert werden wie es war, und das Moor braucht wieder einige Jahrtausende um zu ihrem alten Zustand zurück zu finden.
Was weniger bekannt ist: Moore speichern weltweit 500 Millionen Tonnen CO2! So kommt ihnen gerade in unserer heutigen Situation im Zeichen des Klimawandels besondere Bedeutung zu. Durch die Entwässerung der Moore und den Torfabbau geht jedoch nicht nur Speichermasse verloren, es wird auch bisher gebundenes CO2 in die Umwelt freigesetzt, und das ist trotz des relativ geringen Anteils der Moorflächen an der gesamten Erdoberfläche und so auch hierzulande, enorm viel.
Torf, der heute in den Gartencentern verkauft wird, kommt aus dem Baltikum. Die Erhaltung der Moore ist im Hinblick aufs Klima für uns ebenso wichtig wie im eigenen Land. Das Angebot an Torf ist noch immer groß.

Dabei ist Torf im Garten völlig überflüssig. Er speichert zwar das Siebenfache seines Volumens an Wasser, doch ist er einmal ausgetrocknet, entzieht er der Erde und damit auch den Pflanzen Feuchtigkeit. Torf senkt auch den pH-Wert des Bodens nur, wenn man große Mengen einarbeitet. Doch meist ist es gar nicht nötig, den pH-Wert des Gartenbodens zu senken. Selbst Rhododendren kommen ohne Torf aus, wenn man sie mit kalkarmem Wasser gießt und ihre Wurzeln mit einer dicken Schicht aus Lauberde und Nadelstreu bedeckt, worin sie sich dankbar ausbreiten. Rhododendren sind, ebenso wie die zu ihnen gehörenden Azaleen, keine Moorbeetpflanzen!

Vor ein paar Tagen habe ich meine Tomaten ausgesät. Die Saat ist aufgegangen. Als Aussaaterde habe ich fein gesiebten, zweijährigen Kompost, vierjährige Lauberde und Sand nach der Formel Pi mal Daumen vermischt. Spätestens in zwei Tagen muss ich die Sämlinge in Töpfe pikieren. Beim Mischen der Pikiererde wird der Anteil an Kompost etwas größer und der Sandanteil etwas geringer sein als bei der Aussaaterde. Außerdem gebe ich je eine Handvoll Gesteinsmehl und Hornmehl auf etwa 40 Liter Erde dazu. Als Torfersatzstoff habe ich in früheren Jahren noch Kokosfasern hinzugefügt. Aber mir scheint, die brauche ich auch nicht mehr.
Und Torf schon gar nicht. Von mir gibt es dafür keine Nachfrage. Ich verweigere den Konsum von Torf und lasse meinen Anteil in den Mooren, der Natur, der Umwelt und dem Klima zuliebe!

Mehr über meine Art zu gärtnern finden Sie auf meiner Homepage: [www.gartenschreiber.de]
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WolframFranke

WolframFranke

Alter: 69 Jahre,
aus Vaterstetten
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