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Mein Küchen-Karteikasten

Elisabeth Melzers Blog (82 Einträge)

Bärlauch-Ziegenkäse-Dreiecke Bärlauch-Rukola-Gnocchi Bärlauch-Zupfbrot
317 mal angesehen
14.04.2015, 13.39 Uhr

Bärlauch – jetzt aus dem Vollen schöpfen

Auf meinem Bärlauchbergerl schiebt der Frühlingsbote mit dem Knoblauch-Aroma seit zwei Wochen unermüdlich ein Blatt nach dem anderen aus der Erde. Allerdings ist er in diesem Jahr spät aus der Reserve gekommen. Auch Pia hat schon angerufen, um mich zur Ernte in ihren Garten einzuladen. Ich krame also in meinem Rezept-Karteikasten: Bärlauch-Risotto, Bruschetta, Canneloni, Wähe und Pfannkuchen mit Bärlauch – meine Lieblings-Rezepte sind alle noch da. Also alles wie gehabt. Wozu braucht es dann einen weiteren Bärlauch-Blog? Um Neues auszuprobieren. Und weil sich bei genauem Hinschauen doch einiges geändert hat.

Zum Beispiel ist inzwischen niemand mehr erstaunt, wenn ich auf das Mäuerchen in der Stadt klettere, den Hang hinaufkraxle, in Hockstellung gehe und jede Menge Grünzeug abschneide. Es fragt auch keiner mehr, wie das Kraut heißt, das ich ernte, und es kommt immer öfter vor, dass jemand zu mir heraufklettert. Gegen Ende der letztjährigen Saison war jedenfalls der ganz Berg abgeerntet, hat mir eine Anwohnerin erzählt.

Wilde Kräuter liegen im Trend, und der Bärlauch lässt sich schon aufgrund seines Duftes nicht ignorieren oder verwechseln, wenn er Gärten, Parks und Wäldchen mit seinen Blättern überzieht. Genaugenommen könnte man ihn verwechseln. Mit den giftigen Blättern der Maiglöckchen, wie ich sie in Pias Garten sehen konnte. Aber außerhalb der Gärten wächst der Bärlauch fast immer umgeben von seinen Artgenossen, und wenn man ein Blatt abzupft und reibt, dann riecht man und weiß man es genau. Schon weil Vampire und Knoblauch-Hasser umgehend die Flucht ergreifen.

In meiner Versuchsküche ist als erstes das Zupfbrot mit Bärlauchbutter aus dem April-Heft von kraut&rüben-Heft an der Reihe. Der Hefeteig ist wunderbar geschmeidig, die eine Handvoll Bärlauch aus dem Rezept ist mir aber zu wenig. Vier Hände voll müssen es schon sein, finde ich. Und über die Bärlauchbutter auf dem ausgerollten Teig streue ich zusätzlich geriebenen Parmesankäse, eine Handvoll getrockneter, feingewürfelter Tomaten und ein Päckchen Pinienkerne, bevor ich diesen zur Teigrolle forme. Offensichtlich habe ich nicht nur Respekt vor Vampiren, sondern auch Sorge vor einer Hungersnot. Positiv gedacht nenne ich das kreative Küche oder ‚aus dem Vollen schöpfen’. Die Bärlauch-Ziegenkäse-Dreiecke, auch ein kraut&rüben-Rezept, sind im Gegensatz zum Brot fix gemacht. Sie schmecken aber ebenso sensationell, und auch die Gnocchi sind mir diesmal gelungen. Der Bio-Kartoffelsorte Margit sei Dank.

Jetzt habe ich in meinem Küchenkarteikasten eine stattliche Sammlung, die dem großen Interesse am Bärlauch und dessen Fähigkeiten annähernd gerecht wird. Alle genannten Rezepte, die Sie nicht in diesem Beitrag finden, stehen unter: ‘In der Luft liegt Bärlauch-Duft’ vom März 2013 und ‘Genießen Sie die Bärlauchzeit in vollen Zügen’ vom April 2014.

Viel Spaß mit dem Bärlauch beim Pflücken, Kochen und Schmausen.

Bärlauch-Zupfbrot

Zutaten für eine Springform (6 Portionen):
3–4 Handvoll Bärlauchblätter, 750 g Dinkelmehl (ausgemahlenes Mehl und Vollkornmehl mischen), 1 Würfel Hefe (42 g), 400 ml lauwarmes Wasser,
1 Messerspitze Zucker, 3 TL Salz, 5 EL Öl, 100 g Butter
Nach Belieben: 50 g Parmesan, 6–8 getrocknete Tomaten, 30 g Pinienkerne, Butter für die Form


• Bärlauchblätter waschen, trocken schütteln und fein schneiden.
• Das Mehl in eine breite Schüssel geben und in die Mitte eine Mulde drücken.
• Hefe in einer Tasse zerbröckeln, mit 100 ml lauwarmem Wasser verrühren, in die Mehlmulde gießen, etwas Zucker darüber streuen, Mehl darüber stäuben. Schüssel mit Geschirrtuch bedecken und 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
• Salz, Öl und weitere 300 ml Wasser zum Mehl nebst Vorteig geben und vermischen.
• Teig aus der Schüssel nehmen und weiterkneten, bis er glatt und geschmeidig ist, dann noch 35 Minuten gehen lassen.
• Teig zu einem 40 x 60 cm großen Rechteck ausrollen.
• Butter in einem Topf schmelzen, Bärlauch zufügen , zusammenfallen lassen, und die flüssige Kräuterbutter auf dem Teig verteilen.
• Geriebenen Parmesan, gewürfelte Tomaten und Pinienkerne darüber streuen.
• Teig zu einer mindestens 60 cm breiten Rolle aufrollen und in 5 cm breite Stücke schneiden.
• Eine Springform (26–28 cm) mit Butter fetten, und die Röllchen nebeneinander auf den Boden der Form setzen.
• Teig in der Form nochmals 15 Minuten zugedeckt gehen lassen und im vorgeheizten Backofen bei 175 °C 40 Minuten backen.
• Als Partybrot servieren, zum Picknick mitnehmen oder mit Salat warm als komplette Mahlzeit auftischen. Zum Verspeisen die einzelnen Röllchen aus dem Brot brechen.

Bärlauch-Ziegenkäse-Dreiecke

Zutaten für 12 Stück: 2–4 Teigblätter Filo oder Yufkateig (je nach Größe, gibt es in türkischen Lebenmittelläden), 150 g Ziegenfrischkäse, 2 Handvoll Bärlauch, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, Salz, 1–2 EL Butter, 2 EL Sesam

• Die Teigblätter der Länge nach in Streifen schneiden, damit 12 Teigstreifen
à 10 cm Breite entstehen.
• Jeweils 1 TL Frischkäse auf das untere rechte Ende des Teigstreifens geben.
• Bärlauch waschen, abtropfen oder trockenschleudern, fein schneiden und auf den Frischkäsehäufchen verteilen. Mit Salz und Pfeffer würzen.
• Den Teigstreifen vom langen Ende her so über die Fülle klappen, dass ein Dreieck entsteht. Das Dreieck auf diese Weise weiterfalten zum dicken Dreieckspäckchen.
• Alle 12 Päckchen auf diese Weise falten und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
• Mit zerlassener Butter bestreichen und mit Sesam bestreuen.
• Im vorgeheizten Backofen 8–10 Minuten bei 180 °C backen.

Rukola-Bärlauch-Gnocchi

Zutaten für 4 Portionen:
75 g Rukola, 75 g Bärlauch, 1 Ei, 600 g Pellkartoffeln (mehlig kochende Sorte),
1–2 EL kaltgepresstes Olivenöl, 1–2 TL Salz, schwarzer Pfeffer, 50 g Parmesan, 150–200 g Hartweizengries


• Knapp die Hälfte der Rukola- und Bärlauchblätter zurückstellen.
• Die restlichen Blätter in grobe Streifen schneiden und mit dem Ei in einen Mixbecher geben. Alles mit einem Mixstab fein pürieren.
• Pellkartoffeln kochen, schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken.
• Hartweizengries, Rukola-Püree, Olivenöl, Salz und Pfeffer verkneten.
• Aus dem Kartoffelteig kleine Teigstück abzupfen und mit angefeuchteten Händen zu ovalen Eiern formen. Auf einen Teller legen, der Länge nach mit der Gabel einkerben und etwas flach drücken.
• Gnocchi in leise siedendem Salzwasser etwa 10 Minuten garen.
• Inzwischen restliche Rukolablätter in grobe und Bärlauchblätter in feine Streifen schneiden, mischen und auf 4 Tellern verteilen.
• Gnocchi mit einer Schaumkelle herausnehmen, gut abtropfen lassen und darauf anrichten. Dick mit Parmesan bestreuen und heiß mit Blattsalaten servieren.
• Auch braune Butter schmeckt dazu lecker.
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ElisabethMelzer

ElisabethMelzer

Alter: 61 Jahre,
aus München
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Kommentare

15.04.2015 01:41 Krauthexlein
Schöne neue Anregungen!!! Ich bin auch voll im Bärlauchrausch. Salz, Pesto, eingelgter Käse, Frischkäse, Butter usw. [garten.landlive.de]
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