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Elisabeth Melzers Blog (89 Einträge)

Löwenzahnblüten-Spinat-Gemüse Löwenzahn-Walnussbrötchen Löwenzahnblütenhonig
381 mal angesehen
04.05.2015, 14.52 Uhr

Alle Jahre wieder: Löwenzahn

In den vergangenen Wochen sind sie einmal mehr aus allen Ritzen gekrochen, die kleinen, gelben Löwenzahnblüten. Sie kommen aus den Zwischenräumen von Bodenplatten, tauchen im aufgebrochenem Straßenbelag auf, durchstoßen die trockene Erdkrume und nehmen Beete, Wiesen sowie Rasen in Besitz. Wir können uns über soviel Vorwitzigkeit ärgern, falls es uns um akurate Blumenbeete und einen englischen Rasen geht. Oder wir freuen uns an den gelben Sonnen freuen, die so viel Lebenslust ausstrahlen, die kulinarisch nutzbar sind und zudem eine prima Bienenweide hergeben. Bienen jubeln jedenfalls, wenn sie den Löwenzahn sehen, wozu sie im restlichen Jahreslauf immer seltener einen Grund haben.

Einst konnte ich mir nicht vorstellen, dass Löwenzahnhonig – eigentlich eingedickter Sirup – ein ernstzunehmendes Nahrungsmittel sein könnte. Bis ich ihn das erste Mal ausprobiert hatte. Schon der Löwenzahnauszug duftet wunderbar, wenn man ihn mit Zucker einköchelt, und auch das Aroma des Sirups selbst ist nicht von schlechten Eltern. Seither verwende ich Löwenzahnhonig gelegentlich zum Aromatisieren von Süßspeisen, zum Süßen von Joghurt, Sahne und Obstsalat, als Brötchen-Aufstrich, aber vor allem als das kleine süße Etwas, das manche Salatmarinade erst rund macht. Vorher hatte ich stets ein Glas Ahornsirup oder Palmhonig im Haus. Und ganz früher verwendete ich Zucker, wie meine Mutter. Aber das hat es überhaupt nicht gebracht, finde ich.

Der Löwenzahnhonig hat diese Lücke geschlossen. Er ist ein heimisches Produkt und kann neben dem Zucker auch ein paar gesunde Ingredienzien vorweisen. Überhaupt enthält der Löwenzahn nicht nur nur reichlich Mineralien und Vitamine, er regt durch seine Bitterstoffe auch den Stoffwechsel an, fördert die Magen- und Gallensekretion und wirkt lindernd bei Rheuma und Arthritis. Er ist also ideal für eine Frühjahrskur.

Um seine Urkraft in vollem Umfang zu genießen, kann man Blüten und junge Blätter unter Blattsalate mischen, beides ins Smoothie mixen oder Gemüsegerichte damit aufpeppen. Vor der Blüte sind die Blätter weniger bitter, und mit geriebenem Apfel oder Sahne kann man das Gemüse milder stimmen. Die Blätter des Löwenzahns eignen sich wohldosiert auch für alle Spinat-, Bärlauch- oder Giersch-Rezepturen aus meinem Blog, z.B. für Pesto, Risotto, Gnocchi, Knödel, Ravioli, Quiche oder Lasagne.

Viel Spass beim Ausprobieren!

Löwenzahnhonig

Zutaten für mehrere Gläser (je nach Größe):
3 Handvoll Löwenzahn-Blüten, 1 l Wasser, 1kg Zucker, 1 Bio-Zitrone (Saft und Schale)


• Löwenzahnblüten in einen Topf geben und mit dem Wasser begießen, mit einem Deckel bdecken und zwei Stunden ziehen lassen.
• Wasser und Löwenzahnblüten bis zum Kochen erhitzen und abkühlen lassen.
• Die Mischung über Nacht ziehen lassen, Löwenzahnblüten am nächsten Tag abfiltrieren.
• Zucker sowie ausgepressten Zitronensaft und abgeriebene –schale zufügen.
• Flüssigkeit unter Rühren zum Kochen bringen, kurz aufkochen, dann auf kleiner Flamme simmern lassen, bis die Flüssigkeit eingekocht ist und Fäden zu ziehen beginnt. Das kann mehrere Stunden dauern.
• Der Löwenzahnhonig sollte so werden wie flüssiger Honig.
• Um die Konsistenz des Sirups in kaltem Zustand zu testen, gibt man 1 TL der Masse auf einen kleinen Teller und lässt ihn abkühlen.
• Löwenzahnhonig in Gläser abfüllen und beschriften. Er hält unbegrenzt.
• Der Sirup eignet sich als Brotaufstrich, zum Süßen von Desserts, Süßspeisen oder Chutneys sowie als süße Abrundung in süß-sauren Gerichten oder Salaten.

Löwenzahn-Walnuss-Brötchen

Zutaten für 12 Brötchen:
Für den Teig: 250 g Weizenvollkornmehl, 250 g Weizenmehl, (Type 405, 550),
1 TL Salz, 1 Päckchen Trockenhefe, 1 TL Zucker, 1 Eiweiß, 325 ml Milch, 60 g Butter,
12 frische Löwenzahnblüten, 90 g gehackte Walnüsse
Etwas Butter für das Blech, 1 Eigelb und 1 EL Milch für die Kruste,
3 Löwenzahnblüten und etwas Wasser für die Garnitur


• Mehl, Salz, Hefe, Zucker und Eiweiß in eine Rührschüssel geben und vermischen.
• Milch und Butter in einem Topf erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Dann die Flüssigkeit zu den Zutaten in die Schüssel gießen.
• 12 Löwenzahnblüten abzupfen, und die Blütenblätter mit den Walnüssen ebenfalls zugeben.
• Mit den Händen oder einem Handrührgerät einen elastischen Teig kneten, diesen 45 Minuten mit Geschirrtuch bedeckt zimmerwarm ruhen lassen.
• Anschließend den Teig auf ein Backblech legen, nochmals durchkneten und eine Rolle daraus formen. Diese vierteln und jedes Viertel wieder in drei gleichgroße Teile schneiden, evtl. abwiegen.
• Alle 12 Teile zu Kugeln rollen, und die Oberfläche mit einem Messer der Länge nach tief einschneiden.
• Brötchen auf ein gefettetes Backblech setzen und weitere 5–10 Minuten zugedeckt gehen lassen.
• Eigelb und 1 EL Milch vermischen und die Brötchen damit bepinseln.
• Im vorgeheizten Backofen 30 Minuten bei 200 °C backen.
• Die noch warmen Brötchen mit etwas Wasser bestreichen und die Blütenblätter von 3 Löwenzahnblüten mit dem Küchenpinsel auftupfen.

Löwenzahnblüten-Spinat-Gemüse, asiatisch

Zutaten für 4 Portionen:
1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 2 EL Olivenöl, ¼ l Gemüsebrühe, 1 EL Sojasoße, 80–100 g Löwenzahnknospen und gerade aufgeblühte Löwenzahnblüten,
1 Handvoll Löwenzahnblätter, Salz, Pfeffer, Chili, 500 g Spinat, 1 EL Zitronensaft,
1 EL Rohrzucker oder Löwenzahnblütenhonig, 1 Handvoll Cashewkerne, gehackt, oder Sonnenblumenkerne


• Zwiebel würfeln und in Olivenöl andünsten, Knoblauch zufügen und kurzzeitig mitdünsten.
• Mit Sojasoße und Gemüsebrühe ablöschen, die Löwenzahnblüten und -blätter zugeben, mit Salz, Pfeffer und Chili würzen.
• Spinat waschen und putzen, in kochendem Wasser blanchieren, abseihen und zum Löwenzahn geben oder
• den Spinat direkt zum Löwenzahn geben, wenn der Topf groß genug ist, bei geringer Hitze zusammenfallen lassen, unterheben.
• Das Gemüse mit Zitronensaft, Sojasoße und Rohrzucker oder Löwenzahnblütensirup abschmecken.
• Gehackte Cashewkerne oder andere Nüsse bzw. Saaten darüberstreuen. Auch gewürfelter und angebratener geräucherter Tofu passt gut.
• Mit den Brötchen als Zwischengericht oder Abendessen, mit Reis oder Reisnudeln als Hauptgericht.
• Das Gemüse eignet sich auch für die mediterane Richtung. Mit gehackten getrockneten Tomaten, Fetawürfeln und Pinienkernen schmeckt es zu Penne oder Spaghetti.

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ElisabethMelzer

ElisabethMelzer

Alter: 62 Jahre,
aus München
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Kommentare

04.05.2015 23:18 Krauthexlein
Toll!! Das ergänzt meine Rezeptesammlung doch wieder super
[garten.landlive.de]
05.05.2015 20:46 Tindie
Hört sich sehr lecker an vor allem bin ich auf die Semmeln gespannt.
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