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Worauf ist noch Verlass

Naturkalender (2 Einträge)

Umgraben Perserklee Mischkulturen und Mulch
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22.12.2016, 12.31 Uhr

Grobschollig umgraben gegen Schnecken?

So haben es die Gärtner früherer Generationen gehalten: Im Herbst grobschollig umgraben. Das lässt den Frost tief in die Schollen eindringen, so werden Schädlinge vernichtet, der Frost zerteilt die groben Schollen und der Boden wird wunderbar gar.
Ist das wirklich so?
Ein lehmig-toniger Boden, den man auch einen schweren oder bindigen Boden nennt, besteht überwiegend aus Lehm oder Ton. Beide speichern viel Wasser. Und wenn dieses Wasser gefriert und sich ausdehnt – klar dann werden die Schollen zerteilt, die Erde wird krümelig – aber nur vorübergehend. Sobald es taut, sobald der erste Dauerregen im Frühling fällt, ist die Erde wieder genauso klebrig, bindig, schwer zu bearbeiten wie zuvor. Dauerhaft locker wird sie nur, wenn sie genügend Humusbestandteile enthält, die wir ihr in Form von Kompost, Mulch, Gründüngung und organischem Dünger zufügen.
Und das mit den Schädlingen? – Stimmt nur bedingt. Die Schnecken beeinträchtigt es nur, wenn wir vor den wirklich starken Frostperioden umgraben, am besten zwischen Weihnachten und Neujahr. Denn der frostreichste Monat ist zweifellos der Januar. Wer vorher umgräbt, schafft die herrlichsten Verstecke für Schnecken, ein denen sie sicher überwintern können.
Andererseits: Es ist ja nicht so, dass unsere Gartenböden voller Schädlingen stecken. Die Schnecken sind in der Regel die einzigen. Mag sein, gelegentlich kommen Werren hinzu oder der eine oder andere Engerling, den wir nicht immer auf Anhieb namentlich kennen. Den größten Anteil der Lebewesen im Erdreich bilden jedoch die Mikroorganismen bis hin zu den Regenwürmern. Und die werden durch grobscholliges Umgraben in jeden Fall geschädigt.
Deshalb: Sparen Sie sich die unnötige Arbeit des Umgrabens, es sei denn, Sie haben in einen noch jungen Garten mit einem grottenschlechten, schweren Lehmboden, bei dem wirklich nur noch umgraben hilft. Wenn nicht, ist es besser, den Boden im Herbst zu mulchen oder rechtzeitig Gründüngung zu säen, zum Beispiel Perserklee, der zum Winter hin abfriert und den Boden bedeckt. Die Schnecken werden dadurch nicht mehr und nicht weniger. Legen Sie im nächsten Frühjahr rechtzeitig morsche Bretter auf den Beeten aus. Darunter sammeln sich die Schnecken, und Sie können sie täglich absammeln und aus dem Garten tragen.
Nein, sie kommen nicht wieder zurück. Studien aus England haben gezeigt, dass sie nicht an ihren Ursprungsort zurück kommen, wenn man sie mehr als 20 Meter davon entfernt aussetzt. – Wenn sie auf Nummer sicher gehen wollen, dann tragen Sie die eingesammelten Schnecken 50 oder 100 Meter weit weg.

Mehr über den Umgang mit Schnecken erfahren Sie in meinem Buch „Der Schneckenfeste Garten“, erschienen im blv Verlag München. Besuchen Sie auch meine Homepage [www.gartenschreiber.de]
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WolframFranke

WolframFranke

Alter: 68 Jahre,
aus Vaterstetten
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