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Wolfram Franke - Mein Gartenbl...

Herausgeber der Zeitschrift kraut&rüben (86 Einträge)

Trockenmauer Dachpfannentreppe Trockenmauer aus Altmaterial
182 mal angesehen
15.03.2018, 15.15 Uhr

Alles war einmal Natur

Als junger Landschaftsgärtner musste ich im Jahr 1969 auf Großbaustellen in Hannover jede Menge Betonplatten verlegen: sogenannte Poro-Platten, das waren die einfachen grauen Platten, 50 x50 oder 50x75 Zentimeter groß. Die waren schwer und hatten scharfe Kanten. Man konnte sie nur mit Arbeitshandschuhen anfassen. Und so lange ich noch ungeübt war, musste ich sie immer wieder aufnehmen und ihre Lage korrigieren, bevor ich sie festklopfen konnte. Als „edlere“ Variante galten damals Waschbetonplatten. Die hatten auf einer Seite eine Schicht aus kleinen Kieselsteinen, aus denen der Mörtel mit einem Pinsel herausgewaschen war.

Nicht schön aber modern

Schön war das alles nicht, damals jedoch aktuelle Gartenmode. Bald konnte man diese vielen Beton- und Waschbetonplatten, die Verbundsteine und „Kommisbrote“, die Winkelsteine und „Karlsruher Gartensteine“ sowie die „Löffelsteine“ aus Beton nicht mehr sehen. Zuviel ästhetisches Unheil hatte man mit ihnen angerichtet. Man sehnte sich nach mehr Natur und löste den vielen Beton durch Natursteine ab.
Das begann in den späten 1980er Jahren. Auf den Gartenschauen entstanden bombastische Mauerwerke und Pflasterflächen aus Naturstein. Die Steine werden, wie später zu erfahren war, in indischen Steinbrüchen von Kindersklaven unter menschenunwürdigen und gesundheitsschädlichen Bedingungen hergestellt. – Fantasievoller wurden die Gartenschauen dadurch nicht unbedingt.

Energieeinsatz für die Baustoffdeponie?

In jungen Jahren hatte ich Gelegenheit, ein Zementwerk zu besichtigen. Ich sah, wie Kalkstein in einem riesigen Steinbruch gebrochen, danach in einem Drehrohrofen bei bis zu 2000 °C gebrannt und schließlich zu Zement zermahlen wurde. Im Betonwerk wird dieser Zement dann mit Wasser und Kies oder Sand zu Beton vermischt. Ebenfalls unter hohem Energieaufwand werden dann Pflastersteine und Gehwegplatten gepresst.
Die tun dann einige Jahre ihren Dienst, bis sie nicht mehr gefallen und dann herausgerissen werden und auf der Baustoffdeponie landen. – Auch wenn ich Beton nicht mag. Nachdem ich gesehen habe, wie Natur zerstört wird, allein schon um den Rohstoff zu gewinnen, und um die energiezehrende Herstellung weiß, finde ich es zu schade, alte Betonteile so zu entsorgen. Mit etwas Fantasie kann man sie selbst in einem Naturgarten gut verwenden.

Zu diesem Thema halte ich einen Vortrag vor der „Gesellschaft der Staudenfreunde“. Mehr dazu finden Sie auf meiner Homepage
[www.gartenschreiber.de]

P. S.: Auf die Abbildung von Waschbeton und ähnlichen hässlichen Betonrelikten musste ich verzichten, da ich sie nicht fotografiert habe.
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Geschrieben von

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WolframFranke

WolframFranke

Alter: 69 Jahre,
aus Vaterstetten
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Kommentare

16.03.2018 17:32 Leanne
Gefällt mir außerordentlich gut. Prima!!
25.03.2018 22:35 fuchsjaegerin
wenn ich heute an solches denke, gruselts mich gewaltig - aber es war "modern", der Auftraggeber wünschte es so

was Du draus gemacht hast - super
27.03.2018 12:48 barnstree
...und mit der Zeit übergrünt die Natur alles
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