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Worauf ist noch Verlass

Naturkalender (10 Einträge)

Mais Mais Mais
28 mal angesehen
11.10.2018, 20.08 Uhr

Delikater Mais

Als Student reiste ich im Jahr 1972 nach Ungarn. In Budapest standen in manchen Hauseingängen Frauen, die boten gekochte Maiskolben für einen Forint an. Ich weiß nicht mehr genau wie viel der Wert war, ich glaube so zwischen 25 und 35 Pfennig. Von so einem Maiskolben konnte man schon satt werden, von zweien allemal. Ich kaufte sie mir oft zum Abendessen und sparte auf diese Weise Geld für ein abendliches Glas Kadarkawein. Die Tage in Budapest sind mir in guter Erinnerung geblieben.

In diesem Jahr baute ich Zuckermais in meinem Garten an. Die sommerlichen Temperaturen, die schon im April/Mai begannen, ließen die Halme prächtig gedeihen. Der Ansatz an Kolben war nicht besonders reich, doch sie schmeckten hervorragend. Für meine Frau und mich reichten je zwei Kolben mit etwas anderem Gemüse als Beilage als Mittagsmahl.

Dabei kamen mir zum Thema Mais zwei Dinge in den Sinn. Das Erste: Vor einige Jahren sagte einmal ein Kollege, der Bt-Mais stelle doch für die Bienen gar keine Gefahr dar, denn Mais sei ja ein Windbestäuber, deshalb gingen die Bienen sowieso nicht daran. – Weit gefehlt!, stellte ich fest, als ich sehr wohl Bienen auf den Blüten meiner Maispflanzen sah. Es ist zwar richtig, dass sich Maispflanzen durch den Wind bestäuben, doch das scheint die Bienen nicht zu kümmern. Sie laben sich trotzdem an dem Pollen. Wie ich in einem alten Imkerbuch las, wurde der Mais sogar als gute Lückentracht gelobt. Und wenngleich ich an einer Maispflanze nur zwei Bienen gesehen habe – wenn bei einem Maisacker von etwa 10000 Maispflanzen je eine Biene sitzt und die durch das BT-Gen getötet wird, dann ist auf diese Weise ein ganzes Bienenvolk hinüber.

Das Zweite: Wenn man sich vom Mais, der nicht nur nahrhaft ist, sondern auch noch gut schmeckt, ernähren kann, warum baut man ihn nicht für den menschlichen Verzehr an? Stattdessen wird die Landschaft vermaist, um Futter für Schlachtvieh zu erzeugen. Der direkte Verzehr wäre umweltfreundlicher und würde weniger Kosten verursachen, als der umständliche Weg über die Fleischproduktion. Und man bräuchte weder Bt-Mais noch Glyphosat, wenn man weniger Mais anbauen, den aber in eine weitgesteckte Fruchtfolge einbinden würde.

Was mich betrifft: Ich werde im nächsten Jahr wieder Zuckermais in meinem Garten aussäen ...

[www.gartenschreiber.de]
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WolframFranke

WolframFranke

Alter: 69 Jahre,
aus Vaterstetten

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Kommentare

13.10.2018 21:11 ran1
Mais als Tierfutter ist nicht schlimm. Mich kotzt Mais als Futter für "Biogas" an.
Ach ja, noch was......immer diese billige Polemik mit BT Mais und Glyphosat.....wird hier in DE nicht verwendet. Das Thema ist ausgelutscht und gestorben......
14.10.2018 08:07 Leanne
Ich kenne diese, von ungarischen Frauen angebotenen Maiskolben auch. Sie riefen unüberhörbar: "Kukorica, Kukorica... biete kaufen Sie." Ich sehe i. G. noch ihre vollbeladenen, umfunktionierten Fahrräder der herzlichen Mütterchen in ihren Kittelschürzchen nebst Kopftüchern.
Die Kolben waren mit einer Art gesalzenen Butter bestrichen. Schmeckten dort wesentlich leckerer als zu Hause, wo wir dem ungarischen Flair nachzufröhnen versuchten.
Eine schöne Erinnerung, was den ersten Teil des Beitrags betrifft.
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