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Naturgarten allgemein
Forum: Naturgarten allgemein
Alles zum naturgemäßen Anbau

Bäume zurückschneiden?

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Bäume zurückschneiden?
Hallo liebe Gemeinde,

ich bin seit gestern frischer Streuobstwiesenbewirtschafter

Eigentlich war der Garten ursprünglich dafür gedacht ein paar Stunden am Wochenende dort zu verbringen, jedoch stehen da eine Menge Obstbäume rum und es wäre glaub doch recht schade diese verkommen zu lassen.

Vorweg muss ich sagen das ich keine Ahnung von Pflanzen habe. Ich meine mich zu errinnern das man sie zurück schneiden sollte und dabei reißen besser als schneiden sei.

Ich habe drei Bilder hochgeladen. Darauf ist zu sehen das da Äste gewachsen sind die direkt Richtung Himmel ragen. Ich meine das solche Triebe entfernt werden sollten bin mir aber nicht sicher und dachte ich stelle da mal eine Frage zu im Internet

Was meint Ihr? Weg damit? Abreissen oder schneiden?

Müssen Obstbäume auch gedüngt werden? Wenn ja, soll ich da lieber das Pulver nehmen oder Flüssigdünger?

Vielen Dank für eure Antworten und liebe Grüße

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@ evix #
evix schrieb:

Hallo liebe Gemeinde,

ich bin seit gestern frischer Streuobstwiesenbewirtschafter

Eigentlich war der Garten ursprünglich dafür gedacht ein paar Stunden am Wochenende dort zu verbringen, jedoch stehen da eine Menge Obstbäume rum und es wäre glaub doch recht schade diese verkommen zu lassen.

Vorweg muss ich sagen das ich keine Ahnung von Pflanzen habe. Ich meine mich zu errinnern das man sie zurück schneiden sollte und dabei reißen besser als schneiden sei.

Ich habe drei Bilder hochgeladen. Darauf ist zu sehen das da Äste gewachsen sind die direkt Richtung Himmel ragen. Ich meine das solche Triebe entfernt werden sollten bin mir aber nicht sicher und dachte ich stelle da mal eine Frage zu im Internet

Was meint Ihr? Weg damit? Abreissen oder schneiden?

Müssen Obstbäume auch gedüngt werden? Wenn ja, soll ich da lieber das Pulver nehmen oder Flüssigdünger?

Vielen Dank für eure Antworten und liebe Grüße


Wenn du von Obstbäumen keine Ahnung, und davon sehr viel hast, so wie ich.......dann geb ich dir den Rat.....mach et so wie ich.....engagiere einen Garten- und Landschaftsgärtner......der bringt dir fürn "Appel und ein Ei" deine Obstbäume auf Vordermann. In jedem größeren Ort gibt es so ein Mann Betriebe, die das anbieten....auch Hausmeisterdienste können dir einen Gärtner stellen.
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@ User49 #
User49 schrieb:

Wenn du von Obstbäumen keine Ahnung, und davon sehr viel hast, so wie ich.......dann geb ich dir den Rat.....mach et so wie ich.....engagiere einen Garten- und Landschaftsgärtner......der bringt dir fürn "Appel und ein Ei" deine Obstbäume auf Vordermann. In jedem größeren Ort gibt es so ein Mann Betriebe, die das anbieten....auch Hausmeisterdienste können dir einen Gärtner stellen.


Das ist lieb von Dir mit dem Ratschlag aber dafür hätte ich mich hier nicht anmelden brauchen sondern wäre auf gelbeseiten.de gegangen

Ist wie mit allem im Leben, irgendwann fängt man irgenwo an und mich interessiert das mit den Obstbäumen
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Obstbaumschnitt ist, so wie ich das noch von meinem Vater kenne, zwischen Spätherbst und Frühjahr am besten. Einen Sommerschnitt kann man aber auch zwischen Mai und August machen. Dann entfernt man Totholz und stark nach oben wachsende Äste direkt an der Basis.
LG von der kraeterfee
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Grundsätzlich finde ich aber den Vorschlag von User49 gut, sich den Rat von Fachleuten zu holen, die vor Ort direkt etwas zu den Bäumen sagen und konkrete Hinweise geben können. So haben wir das beim ersten Mal auch gemacht.
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@ kraeterfee #
kraeterfee schrieb:

Grundsätzlich finde ich aber den Vorschlag von User49 gut, sich den Rat von Fachleuten zu holen, die vor Ort direkt etwas zu den Bäumen sagen und konkrete Hinweise geben können. So haben wir das beim ersten Mal auch gemacht.


Das mach ich ja auch noch

Aber diese Äste die ich meinte nennt man Geiltriebe (oder so ähnlich) diese reißt man raus wie ich gerade erfahren hab
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@ evix #
Das mach ich ja auch noch

Aber diese Äste die ich meinte nennt man Geiltriebe (oder so ähnlich) diese reißt man raus wie ich gerade erfahren hab

Obstbäume und reissen ist ganz schlecht. Ausgefaserte Wunden sind die besten Eintrittspforten für Schadkeime. Reissen ist gut für Pflanzen, die man endgültig vernichten möchte.
Scharfe Schere, scharfe Säge, kleine Schnittflächen. Evtl. versiegeln.
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Wer keine Ahnung von Baumpflege hat und nach Hörensagen und Gutdünken vorgeht, wird die Bäume irreversibel schädigen! Erinnerungen daran, wie Opa oder Onkel es gemacht haben, sind meist genauso wertlos wie der gut gemeinte Rat altgedienter Gartenbesitzer. Baumpflege ist nicht intuitiv und "das haben wir immer so gemacht" hilft dem Baum nicht. Leider haben es die Bilder nicht geschafft - bitte noch einmal probieren, denn ohne Information ist extrem schlecht raten. Welche Obstbäume (Stein-, Kernobst, Nußbäume)? Wie alt? Bisheriger Schnitt?
Zunächst brauchen Bäume ein stabiles, tragfähiges Gerüst aus Stamm und Leitästen. Oberhalb der Leitäste heißt der Stamm dann Mitte. Sehr steil stehende Äste taugen nicht als Leitäste, weil sie bei Belastung brechen. Sie werden mit einer scharfen Schere oder einer Säge für frisches Holz abgeschnitten. Fuchsschwanz und Kettensäge gehören nicht an lebende Bäume. Besagte Ausrüstung muß nicht teuer sein. Ich darf hier keine Reklame machen, kann aber per Mail einen Tipp 'rüberwachsen lassen. Bei solchen Schnitten bleibt kein Stummel stehen, es wird aber auch nicht in den Stamm geschnitten oder gar gerissen. Stamm / Mitte und Leitäste werden an entwickelten Kronen nicht mehr beschnitten und schon gar keine Kappschnitte!
Große Wunden vermeiden - sie verheilen nicht, bevor das Holz fault. Apfelbäume haben die beste Wundheilung und können ca. 10 cm Wundfläche verschließen. Bei Steinobst ist die Wundheilung sehr langsam. Extreme Zurückhaltung ist erforderlich! Die meisten Wundverschlüsse sind ihr Geld nicht wert.
Bilden sich an einer etablierten Krone steil stehende Triebe, so ist dies vollkommen natürlich. Sobald sie tragen, kommen sie unter der Last der Früchte herunter und werden entfernt, sobald sie im winterlichen Zustand unter der Horizontalen bleiben (sog. Fruchtholz-Rotation). Die steil stehenden Triebe werden auch als Wassertriebe bezeichnet und wurden beim Altwürttemberger Schnitt entfernt. Daher die vielen negativen Meinungen zum Wassertrieb. Im Juni können zu dicht oder falsch stehende Wassertriebe ausgerissen werden (sog. Juniriß). Dies betrifft jedoch nur die diesjährigen, nicht verholzten Triebe. Die Wunden heilen schnell und beim Riß werden die Knospen an der Basis des Triebs mit entfernt. Daher bringt der Riß mehr Ruhe in den Baum als ein Schnitt. Welche Triebe stehen falsch?
* Triebe, die von der Unterseite der Leitäste steil gehen
* Konkurrenztriebe zur Mitte: Am Stamm und den ersten 50 cm der Leitäste werden die neuen Wassertriebe entfernt. Jedoch wird die Mitte nicht geputzt. Dort sollen Fruchttriebe stehen! Also nur die sehr kräftigen Konkurrenztriebe ausreißen.
Ansonsten wird beim Sommerschnitt (Juli) nur dezent ausgelichtet, um mehr Licht in die Krone zu lassen. Bei starker Sonneneinstrahlung unterbleibt der Sommerschnitt (Gefahr von Sonnenbrand). Die eigentliche Kronenerziehung erfolgt beim Winterschnitt, der hier aber nicht Thema ist und ganze Bücher füllt. Totholz kann immer entfernt werden.
Düngung ist nur nach Bodenanalysen sinnvoll. Die Analysenergebnisse kommen i.d.R. mit einer Düngeempfehlung. Wenn die Bäume gesundes Laub haben, ist die Düngung erst einmal Nebensache. Ein anderer Indikator ist die Wiese unter den Bäumen. Steht das Gras hoch und dicht, muß sicher nicht gedüngt werden. Auf gar keinen Fall darf nach Juli gedüngt werden. Und besonders vorsichtig muß Stickstoffdünger dosiert werden. Auf gar keinen Fall pulverförmigen Dünger in die Wiese streuen! Es gibt Granulate, aus denen die Nährsalze langsam freigesetzt werden. Die werden gestreut. Alles andere wird in Wasser gelöst und kreisförmig unter den Bäumen ausgebracht (äußerer Teil der Kronentraufe). Aber erst einmal die Füße still halten und sich über sinnvolle Pflege informieren!
Die meistern Landschaftsgärtner und Hausmeister machen Formschnitte - sehr schlecht für Obstbäume! Die Profis sind entweder Obst- und Gartenfachwarte, zu denen ich gehöre, oder Baumpfleger. Auch bei OGVs gibt es i.d.R. guten Rat sowie dringend erforderliche Schnittkurse.
Ein anderer Aspekt ist die Sicherheit. Große Hochstammkronen haben schon manchen Do-it-yourselfer in den Rollstuhl gebracht.

Im Interesse der Bäume und der eigenen Gesundheit: Laß es Dir zeigen, wie es geht!
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 10.05.18 um 10:07 Uhr.
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Also ich hab mich für das erste Mal schneiden mit unserem Gartenbauverein zusammengesetzt. Die haben dann einen Landschaftsgärtner (auch Mitglied) organisiert der daraus eine kleine Schulung gemacht hat - 6 Mitglieder von Gartenbauverein als 'Mitschüler'. Das Ganze hat einen Vormittag gedauert, hat mich ein paar Flaschen Bier, eine Kanne Kaffee und einen Apfelkuchen gekostet - und jetzt mach ich's seit ein etlichen Jahren selber und glaube zu wissen was meine Bäume brauchen.
Sowas sollte man immer am 'lebenden Objekt' machen - im Internet sind zu viele 'Spezialisten'
A married man should forget his mistakes. There's no use in two people remembering the same thing!

Doing nothing is very hard to do, you never know when you're finished

I wake up every day planning to be productive and then a voice in my head says ‘Ha-ha good one!’ and we laugh and laugh and take a nap.
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@ Clusia #
Ein sehr guter Beitrag, wie immer von Dir
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